Werbinich : Versetzung gefährdet

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Dies könnte ein heißer Herbst werden. Obwohl die Grippewelle noch nicht einmal begonnen hat, gibt es schon die ersten Berichte über drastischen Unterrichtsausfall. Eltern beklagen zu Recht, dass ihre Kinder wochenlang keinen regulären Stundenplan haben. Dabei werden sie auch immer fantasievoller bei ihrer Öffentlichkeitsarbeit, so dass die Probleme rasch publik werden.

Vergangene Woche berichteten wir über eine Reinickendorfer Schule, deren Fünftklässler sich in einer Kneipe wiederfanden: Die Eltern hatten einen Privatlehrer organisiert, der im Hinterzimmer Unterricht abhielt.

Warum ist es so schwierig, einen Lehrer zu organisieren, wenn eine Kollegin ausfällt, fragt man sich zwangsläufig. Die Schulverwaltung ist es leid, immer den schwarzen Peter zu bekommen. Sie verweist darauf, dass es etliche Fälle gibt, in denen Lehrer seltsamerweise genau dann „krank“ werden, wenn sie an eine andere Schule versetzt werden sollen, um dort für Kollegen einzuspringen. Dann beginnt die Suche nach einem Ersatz von Neuem, und der Unterrichtsausfall zieht sich noch länger hin. Zudem gebe es Fälle, wo Schulleiter einer Versetzung zustimmten, obwohl sie wussten, dass der betroffene Kollege bereits krank war. Es scheint, dass sich beim Thema „Vertretung“ noch eine Menge tun muss, damit der heiße Herbst erträglich wird. Der schwarze Peter liegt jedenfalls nicht immer da, wo man ihn vermutet. sve

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