Werbinich : Viele Reformen für wenig Geld

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Eine Reform jagt die andere: SchulTüv, neue Rahmenpläne, Deutsch-Pflichtkurse für Vorschüler. Kaum jemand bestreitet den Sinn dieser Vorhaben angesichts des hohen Qualitätsdrucks, der auf den Schulen lastet. Der Bildungssenator versucht, alle Pisa-Stichworte aufzugreifen und möglichst schnell umzusetzen.

Kurz vor dem neuen Schuljahr wächst allerdings die Angst, dass sich die Reformen buchstäblich überschlagen und zu einer Bruchlandung führen. Viele Schulen hatten gehofft, die notwendige Kraft für die Reformen aus jungen Lehrern zu ziehen. Seitdem endgültig feststeht, dass sie ausbleiben, resignieren viele Kollegien. „Die Gefahr besteht, dass sie sich verschließen“, sagt Peter Heyer, der seit vielen Jahren den Grundschulverband vertritt. Er vergleicht Lehrerkollegien mit Mimosen: Normalerweise gehen diese Blumen bei leichter Berührung zu, öffnen sich dann aber wieder. Wenn man sie zu häufig berührt, verharren sie bewegungslos.

Was helfen könnte, wären ein paar hundert junge Pädagogen. Das aber würde einen zweistelligen Millionenbetrag kosten. Berlin ist pleite und kann sich diese Lehrer nicht leisten, sagt der Senat. Dazu aber passen nicht die flammenden Reden des SPD-Bildungsparteitags, den Berlin erst jüngst erlebte. sve

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