Werbinich : Vom Fliegen und Fallen

Haben wir nicht eben

gelacht noch und das Leben

in vollen Zügen wild genossen?

Freudentränen sind geflossen,

du vertraust mir dein-

ich vertrau dir mein-

tiefstes Geheimnis an ins Ohr.

Gedanken sagten wir im Chor,

Sprache ersetzt durch Blick allein,

ohne den andern wollte keiner sein.

Urplötzlich dann der laute Knall.

Schleichend, lodernd, schmerzlich

unser Fall,

so tief, denn am höchsten Punkt

sind wir geflogen,

ganz tief runter

hat’s uns nun gezogen.

Das Lachen ist verhallt,

Blicke stumm, Tränen kalt.

Gedanken scheinen jetzt entzweit,

zu Einsicht niemand reif bereit.

Schuld wird nie allein getragen,

was übrig bleibt sind tausend Fragen,

unbeantwortet, doch böse funkelnd,

wie die Ungewissheit leise munkelnd.

Verzeihen bleibt die größte Hürde,

sicher nur,

dass ich lieber wieder fliegen würde.

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