Werbinich : Vom Rütli-Schock zum Rütli-Ruck

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Die Osterferien sind vorbei, aber anders als sonst geht es nicht einfach zur Tagesordnung zurück: Die Erschütterung, die die Rütli-Schule mit ihrem Brief ausgelöst hatte, wirkt – positiv – fort. Gestern teilte der kommissarische Schulleiter Helmut Hochschild mit, dass es eine „Welle der Solidarität“ gebe und sich das Kollegium mit Hilfe der vielen Hilfsangebote daran machen kann, seine Unterrichts- und Erziehungsarbeit zu verbessern. Zudem wurden gestern zwei neue Lehrer an der Neuköllner Hauptschule eingestellt, die für ausgefallene Kollegen einspringen sollen, und schließlich soll „in den nächsten Wochen“ dafür gesorgt werden, dass die beiden freien Schulleitungsstellen endlich besetzt werden.

Tatsächlich: Es gibt Hoffnungsschimmer, und die Rütli-Erschütterung könnte sich gar zu einem substanziellen Herzog’schen „Ruck“ auswachsen, wenn, ja, wenn die Bemühungen nicht bei der Rütli-Schule Halt machten. Dazu gehört beispielsweise, dass es viel mehr Einrichtungen geben muss, die sich um schwierige Schüler kümmern, wie es etwa das Klenke-Haus tut, über das wir heute berichten. Denn es gibt eben tausende Schüler, die selbst mit Sozialarbeitern nicht mehr einzufangen sind. Anstatt sie als so genannte Wanderpokale von einer Rütli-Schule zur nächsten zu schicken, muss sich jemand richtig um sie kümmern. Das ist teuer, aber immer noch billiger als 60 Jahre Sozialhilfe. sve

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