Werbinich : Von heute auf morgen

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Olayinka Shitu wurde 1986 in Nigeria geboren. Er gehört zum Volk der Yoruba und zur christlichen Minderheit im Land. Religiöse und ethnische Konflikte führen immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen den verschiedenen Volksgruppen. Einige Stämme lehnen sich auch gegen die Zentralregierung auf und kämpfen um mehr Eigenständigkeit und bessere wirtschaftliche Bedingungen. Olayinkas Vater, ein Farmer, war Mitglied in einer dieser Bewegungen. Im Oktober 2000 wurde sie von Präsident Obasanjo verboten wurde.

Im Juni 2002 fiel Olayinkas gesamte Familie der gewaltsamen Verfolgung zum Opfer. Sein Vater, seine Mutter und beide Geschwister wurden umgebracht.

DEUTSCHLAND

Ein Mitglied seiner Kirchengemeinde brachte Olayinka nach Deutschland. Völlig auf sich allein gestellt, kam der 15-Jährige zunächst in ein Kinderheim nach Pankow und zog später in ein betreutes Wohnheim nach Zehlendorf . Noch ohne jegliche Deutschkenntnisse kam Olayinka im August 2002 in die Heinz-Brandt-Hauptschule in Weißensee . Dort lernte er Deutsch und besucht nun die 10. Klasse der Realschule Dahlem -Dorf. Im Mai dieses Jahres ist Olayinka in eine eigene kleine Wohnung in Charlottenburg gezogen.

Er geht einkaufen, putzt, wäscht und kocht.

ZUKUNFT

Sein großer Traum ist es, nach dem Realschulabschluss noch weiter zur Schule zu gehen und irgendwann Informatik zu studieren. Er spricht mittlerweile gut Deutsch, hat Freunde gefunden und sich, nach eigenem Bekunden, sogar an den bitterkalten Berliner Winter gewöhnt. Das Tanzen ist sein Hobby geblieben.

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