Werbinich : Wartende Erwartung

Josefine Wahle (17)

Diese Woche:

Ein altes moosumkränztes Fenster

lächelt einsam zwischen dorrigen

Zweigen hindurch.

Vom grollenden Himmel

kommt es düster

und hüllet alles in traurige Furcht.

* * *

Wenige Tröpflein fallen hernieder,

vermengen sich mit der glitzernden See;

spiegeln in ihr sehnsüchtige

Träume wider,

entsprungen dem grenzenlosen

Seelenweh.

* * *

Wehmütig wiegen sich

der Bäume Wipfel.

Sie tanzen in des Windes Takt.

Wolken umschweben

der Berge weiße Gipfel,

bis ein kalter Nordwind sie packt.

* * *

Die Sterne in ihrem silbrigen Schimmer

nehmen beständig ihren Lauf.

Doch ewig in der Gewohnheit

eintönigem Zimmer;

die Himmelskugel herab

und wieder hinauf.

* * *

Gar oft sind die Tage grau und feucht;

Es fehlt die Außergewöhnlichkeit.

Das Wasser bleibt beständig seicht;

es naht keine Sintflut weit und breit.

Man fühlt sich einsam und allein,

Gehüllt in der Sehnsüchte

schweren Mantel.

* * *

Nur manchmal durchbricht ihn ein hoffnungsbringender Schein

und zart entflammt der Wunsch

nach einem die Seele heilenden Wandel.

* * *

So greif du jedesmal zu,

wenn dich etwas berührt,

auf dass es dich erfüllt

und zu etwas Neuem hinführt!

0 Kommentare

Neuester Kommentar