Werbinich : Was lange währt, wird gar nicht gut

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Drei Jahre lang wurde an dem Werk mit dem sperrigen Titel „Gesundheitsdienstereformgesetz“ herumgefeilt, bis es vor einem Jahr fertig war. Dann wäre es an der Zeit gewesen, die Umsetzung anzugehen, aber daraus wurde nichts, weil Berlin erst mal wählen musste. Und dann wurde die Gesundheitsverwaltung neu zugeschnitten und mit einer Senatorin und einem Staatssekretär ausgestattet, die beide nicht allzu viel mit Gesundheit am Hut hatten. Und so kam es, dass wieder Zeit ins Land ging und wieder nichts passierte. Wer aber nun glaubt, dass nach dem einjährigen Stillstand alles doppelt so schnell gehen müsste, der irrt. Die Koalition macht das Fass jetzt ganz neu auf, wenn sie etwa „prüfen“ lässt, ob man die Schuleingangsuntersuchungen nicht einfach den Bezirken wegnehmen könnte. Der Vorschlag ist vor dem Hintergrund der Erfahrungen anderer Bundesländer absurd und dürfte deshalb wohl auch nicht umgesetzt werden. Schade nur, dass abermals Zeit vergeht und abermals diejenigen vor den Kopf gestoßen werden, die seit Jahren personell vor die Wand gefahren werden: die Gesundheitsämter, die mit ihren Untersuchungen überhaupt erst dazu beitragen, dass es in Berlin einen umfassenden Überblick über die Verwahrlosung, Dickleibigkeit, den Impfstatus und die fehlenden motorischen Möglichkeiten der künftigen Erstklässler gibt. sve

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