Werbinich : Welche Schule? Welches Kind?

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Winterferien! Ferien? Für viele Tausend Sechstklässler und einige hundert Viertklässler und ihre Eltern ist in dieser Woche nur wenig Entspannung angesagt. Stattdessen brüten sie über Broschüren und Interneteinträgen, um geeignete Oberschulen auszukundschaften. Manche haben sich schon bei den Tagen der offenen Türen umgesehen, andere hören sich vor allem unter Bekannten um. Wenn man dann seine Top-Schule gefunden hat, ist noch längst nicht alles klar: Nimmt uns das Gymnasium oder die besonders gefragte Gesamtschule, obwohl wir mit dem Halbjahreszeugnis nur eine Realschulempfehlung bekommen haben? Nimmt uns die begehrte Realschule, obwohl es nur eine Hauptschulempfehlung gab? Nicht wenige Eltern und Kinder haben jetzt große Sorgen – und Angst davor, irgendetwas falsch zu machen bei dieser so wichtigen Bewerbungskür.

Aber auch die Schulen haben keine leichte Zeit. Manche wissen so kurz vor der Anmeldefrist für das kommende Schuljahr noch nicht, ob sich bei ihnen überhaupt genug Kinder anmelden werden, um den Weiterbetrieb sicherzustellen. Andere fürchten, nicht genug Kinder mit Gymnasial- oder Realschulempfehlung abzubekommen.

Angesichts dieser Jagd nach der scheinbar allein selig machenden Gymnasialempfehlung mag den einen oder anderen die stille Sehnsucht nach Gemeinschaftsschulen beschleichen – nach Schulen, die jedes Kind nehmen müssen, das zu ihnen will. Aber wer sagt denn, dass auch diese Schulen nicht alles daransetzen werden, die „besseren“ Schüler abzusahnen? sve

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