Werbinich : Weniger Kinder gehen in die Bäder

Claudia Keller

Die Schließung von Hallenbädern werde das Angebot für den Schwimmunterricht nicht einschränken. So hieß es vor drei Jahren, als die Bäderbetriebe elf Hallenbäder dichtmachten. Seitdem gibt es nur noch 68 Bäder. Jetzt zeigt sich, dass die Zahl der Schüler und Kita-Kinder, die am Schwimmunterricht teilnehmen, in den vergangenen fünf Jahren dramatisch gesunken ist. Nach einer Statistik der Bäderbetriebe besuchten im Jahr 2000 noch 269 000 Kinder mit ihren Kitas die Bäder, dieses Jahr werden es nach den aktuellen Prognosen 159 000 sein. Das bedeutet einen Rückgang um 41 Prozent. Bei den Schülern hat sich die Zahl der Hallenbad-Nutzer von 1,2 Millionen auf 957 000 verringert, das sind 21,5 Prozent weniger.

Die Fraktion der Grünen ist alarmiert. „Die Zahlen sind besorgniserregend“, sagt die sportpolitische Sprecherin Felicitas Kuballa. Schwimmen zu lernen, diene nicht nur der Gesundheit, sondern auch der Prävention von Unfällen etwa beim sommerlichen Baden im See. Kuballa sieht einen direkten Zusammenhang zwischen den Hallenbad-Schließungen und der Tatsache, dass immer weniger Kinder in die Bäder gehen. Gerade bei Kita-Kindern könne man keine langen Wege in Kauf nehmen und sei auf ein Bad in der Nähe angewiesen.

Die Bäderbetriebe und die Bildungsverwaltung erklären den Rückgang der Schwimmbadnutzer damit, dass es immer weniger Kinder gibt. Außerdem, so der Vorstand der Bäderbetriebe, würden sich immer weniger Eltern einen Kita-Platz leisten. An der Stundentafel habe sich nichts geändert, sagt Kenneth Frisse, der Sprecher von Bildungssenator Klaus Böger (SPD). Nach wie vor ist in der dritten Klasse eine Stunde Schwimmunterricht vorgesehen. „Wir haben weniger Kinder, aber nicht so viele weniger“, sagt Kuballa und fordert, der Senat möge die Zahlen detaillierter aufklären. Ende der Woche soll es mehr Information geben, versprechen die Bäderbetriebe.

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