Werbinich : Wessen Meinung zählt?

Die einen kiffen in der Schule und kriegen dadurch nichts mehr auf die Reihe, die anderen trinken sich den Verstand weg oder rauchen sich die Lunge aus dem Leib. Oft merkt man selbst, dass man es vielleicht etwas übertreibt. Aufhören tut man trotzdem nicht.

Wenn Eltern oder Lehrer etwas mitbekommen, kriegt man reihenweise Moralpredigten zu hören, es gibt Streit, und am Ende bleibt ein schlechtes Gewissen, weil einem die Meinung der Eltern doch nicht so egal ist, wie man tut. Im Grunde ist es sogar ziemlich wichtig, was sie von einem denken – aber das würde man nie zugeben.

Die Sprüche der Eltern bringen einen meistens auch nicht weiter, sondern erreichen nur, dass es einem schlechter geht, weil man immer wieder unter die Nase gerieben kriegt, was man falsch macht. Trotzdem schafft man es nicht, etwas zu ändern und will es manchmal vielleicht auch gar nicht.

Von wem lassen wir uns eigentlich überhaupt etwas sagen? Meistens sind es die Freunde, auf die wir hören. Wenn ein guter Freund dir plötzlich ins Gesicht sagt, dass er findet, du solltest was ändern, fängst du am ehesten an, dir ernsthafte Gedanken zu machen, denn das muss was heißen. Das sind die Meinungen, die am meisten zählen, denn es sind schließlich die Menschen, mit denen man die meiste Zeit verbringt. Vor den Eltern hat fast jeder einen gewissen Respekt und auch vor dem, was sie sagen. Aber sie sind nun mal die Eltern, und in unserem tollen Alter ist alles, was sie sagen, von vornherein falsch.

Letztendlich entscheidet man selbst, ob man etwas tut oder es lässt; man entscheidet selbst, in welchem Maß man es tut. Wenn man das nicht mehr alleine entscheiden kann, muss man sich gut überlegen, welche Meinung einem am wichtigsten ist, auf wen man nun hört. Undine Weimar-Dittmar, 16 Jahre

0 Kommentare

Neuester Kommentar