Werbinich : Wie findet man die Besten?

Susanne Vieth-Entus

Es sollte ein spezielles Angebot für hochbegabte Kinder sein: das Abitur in elf Jahren. Damit auch wirklich nur die Leistungsfähigsten in die so genannten Schnellläuferzüge kommen, wurden im Februar erstmals Leistungstests für alle 863 Bewerber angeordnet. Inzwischen gibt es allerdings Zweifel, ob das Auswahlverfahren zum Ziel führt. „Eltern erzählen uns, dass Schulen ihren Kindern trotz schlechter Ergebnisse im Test gute Aussichten auf einen Platz attestiert haben“, berichtet Jutta Billhardt vom Verein für Hochbegabtenförderung. Die Bildungsverwaltung konnte diese Aussage auf Nachfrage nicht bestätigen. Tatsache ist allerdings, dass etliche Schulen zu wenig Anmeldungen haben, wie etwa das Hildegard-Wegscheider-Gymnasium (wir berichteten). Solche Schulen können es sich eigentlich nicht leisten, Bewerber abzulehnen. Aber warum gibt es nicht genügend geeignete Bewerber? Jutta Billhardt befürchtet, dass viele Hochbegabte nicht erkannt werden, weil Eltern oder Grundschullehrer kein Interesse zeigen. Wenn sich daran nichts ändere, würden die Schnellläuferzüge ihr Ziel verfehlen.

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