Werbinich : Wie komme ich zum Film?

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Frau Dihrberg, gibt es Typen, die beim Casting im Moment sehr gefragt sind?

Wir suchen immer neue Gesichter, interessante Individualisten. Einen Trend – wie in der Mode – gibt es nicht. Das wäre ja auch albern. Man muss auch nicht perfekt aussehen. Das Besondere zählt.

Aha. Wie kommt man denn an die begehrten Rollen?

Zunächst sollte man sich eine seriöse Castingfirma raussuchen. Auf den Websites der Agenturen stehen meisten Filme und Serien, die betreut wurden. Je bekannter die Namen, desto besser der Ruf. Und allgemein gilt: Hände weg, wenn von Euch Geld verlangt wird. Das ist immer ein schlechtes Zeichen. Denn eigentlich werden die Agenturen von den Filmfirmen bezahlt – nicht von den Schauspielern.

Und was ist, wenn man eine gute Castingfirma gefunden hat?

Dann schickt man seine Fotos hin. Gute Fotos. Keine Schnappschüsse oder unscharfe Urlaubsfotos. Am besten sind Porträts, auf denen die Persönlichkeit zu erkennen ist. Bei Jugendlichen erwarten wir keinen Lebenslauf. Wenn man aber zum Beispiel im Schultheater gespielt hat, sollte man das unbedingt dazu schreiben.

Und wie soll man sich beim Casting so verhalten?

Beim Interview kann man ruhig seine Stärken, wie Fremdsprachen oder Musikinstrumente, hervorheben. Wer Fragen stellt, zum Beispiel nach dem Regisseur, und sich interessiert zeigt, fällt immer positiv auf.

Wie wird man denn jetzt ein Star?

Wer den Menschen verspricht, dass er sie in einen Star verwandelt, der lügt meistens. Es ist ein langer Weg, harte Arbeit. Wer aber nicht auf Lockangebote sofort eingeht, sondern sich Zeit lässt, der kann es weit bringen.no

Anja Dihrberg (40) suchte und fand Schauspieler zum Beispiel für den „Tatort“ und „Das Wunder von Bern“. Sie hat seit sieben Jahren ihre eigene Castingfirma.

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