Wir müssen REDEN (11) : Per Anhalter zu Mrs. Spears

Hochzeit in Las Vegas oder im Schloss? Das fragte Elena Senft letzte Woche. Ric Graf - frisch vom Friseur kommend - antwortet ihr heute.

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Der Vegas-Tramper. Ric Graf schreibt jede Woche im Wechsel mit Elena Senft.Foto: Thilo Rückeis / Tagesspiegel

Im Moment denke ich an keine Hochzeit. Mit wem auch? Und irgendwie ist Heiraten auch spießig. Alle Leute, die ich kenne und die geheiratet haben, dachten bei der Trauung mehr an ihre Steuererklärung als an ihre schönen Ringe. Wenn sie denn überhaupt Ringe hatten.

Letztes Wochenende, Samstagnacht, saß ich in einer Bar in Kreuzberg. Und während einer der Mitarbeiter der Bar im nicht näher zu beschreibenden Zusammenhang mit einer sexuellen Handlung die Frauentoilette auseinandernahm und nach einer Stunde nur noch das Klo stand (Spiegel, Spülkasten und Waschbecken waren kaputt – wirklich, das denke ich mir jetzt nicht aus!), saß ich oben an der Bar neben der pikierten Chefin, die gerade ihr Klo sah, und ich dachte an deine Frage, Elena: „Schloss oder Las Vegas?“

Neben mir lag ein Magazin. Auf dem Cover: die derangierte Britney Spears. Und da ich wohl mehr als nur zwei Bier getrunken hatte, fasste ich einen Entschluss: Wenn ich schon heirate, dann Britney. Und dann in Las Vegas. Mit Jogginganzug, ungewaschen, sie ohne Slip und gerade aus der Reha herbeieilend, Dinner in einem Schnellrestaurant mit viel Fett, amerikanischem Bier und Zigaretten, die wir nur auf der Straße rauchen dürfen. Ich erzählte das meinem Kumpel und der sagte: „Wie pubertär!“

Er hatte recht. Am Morgen danach fragte ich mich noch mal. Und ich musste ehrlich sein und sagen, es gibt weit und breit niemanden. Und wenn, würde ich nichts versprechen, sondern die Liebe einfach leben. Was nützen diese spießigen Schwüre auch?

Damit fällt eine Hochzeit aus. Außer die mit Britney.

Elena, was findest du spießig?

Am nächsten Freitag antwortet Elena Senft an dieser Stelle.

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