Wir müssen REDEN (51) : Schluss, aus – bevor es begann

Könnte aus uns etwas werden? Das fragte Ric Graf vorigen Freitag. Elena Senft antwortet ihm heute

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Ins Glas geschaut. Elena Senft schreibt im Wechsel mit Ric Graf.Foto: privat

Eigentlich gehören solche plumpen Vorstöße natürlich sofort ausgebremst, einfach deswegen, weil sie zu sehr nach „Wie wär’s mit uns beiden?“-Anmachen aus Großraumdiskotheken klingen. Aber gut, ich werde dir deine Frage trotzdem so ernst wie möglich beantworten:

Die Tatsache, dass wir bereits viele Dinge voneinander wissen, war für dich ein Argument, was für uns sprechen würde. Dabei hast du außer Acht gelassen, dass es für ein potenzielles junges Glück oft nicht unbedingt förderlich ist, wenn die zwei Protagonisten bereits viel voneinander wissen. Man kann auch zu viel voneinander wissen, um sich überhaupt noch gut finden zu können.

Ob es für eine ernsthafte Beziehung zwischen uns beiden so förderlich wäre, dass ich weiß, dass du nicht gut alleine sein kannst? Oder dass du schon mal per SMS mit jemandem Schluss gemacht hast? Oder dass du schon mal mit dem Fahrrad eine Taube überfahren hast? Oder ob es so gut wäre, dass du weißt, dass ich nichts für mich behalten kann? Oder dass ich manchmal alleine Bier trinken gehe? Oder dass ich mehr Beziehungstaktiken beherrsche als Joan Collins in „Denver Clan“? Ich weiß nicht …

Ich werde trotzdem auf deine Frage antworten. Eine fiese Frage, eine, bei der ich nur verlieren kann. Egal, wie man es dreht und wendet, ich bin der Arsch. Gesetzt den Fall, ich würde die Frage mit „ja“ beantworten, wäre ich diejenige, die die Hosen runtergelassen hätte – im übertragenen Sinn meine ich natürlich. Das heißt: Obwohl du derjenige gewesen bist, der den ersten Schritt gemacht hat, bin ich diejenige, die mit der Antwort Stellung beziehen und letztendlich die Entscheidung treffen muss. Du hingegen hast nichts zu verlieren. Denn würde ich auf die Frage erwidern, dass das mit uns beiden eine super Idee sei, bin ich diejenige, die ausgesprochen hätte, dass sie dich gut findet. Du hast ja bloß mal nachgefragt, so ganz unverbindlich.

Würde ich hingegen auf deine Frage antworten, dass das mit uns ja nun völlig abwegig sei und was denn bloß in dich gefahren sei, hättest du immer noch die Möglichkeit zu sagen: „Reg dich mal nicht so weibisch auf, ich hatte das doch nicht ernst gemeint! Du und ich?! Pah, das kannst du doch nicht ernsthaft geglaubt haben!“ Und ich wäre wieder der Idiot.

Ric, es tut mir Leid. Es geht nicht. Es ist zu kompliziert. Lass uns Freunde bleiben.



Ric, was möchtest du nie wieder hören?

Nächsten Freitag antwortet Ric Graf wieder an dieser Stelle.

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