Wir müssen Reden (64) : Weil ich kein Mädchen bin

Warum wärst du gerne ein Mädchen? Das fragte Elena Senft vorigen Freitag. Ric Graf grübelt, zählt Vor- und Nachteile auf, hat prompt einen alten Song im Ohr - und antwortet ihr heute. Seine Kolumne lest ihr hier.

Ric-Mütze
Mützenmann. Unser Autor Ric Graf.Foto: Doris Spiekermann-Klaas

Eines steht fest: Ich bleibe ein Mann, außer ich komme zeit meines Lebens noch auf die Idee, mich operieren zu lassen. Das habe ich nicht vor, denn eigentlich fühle ich mich ganz wohl in meiner Haut. Obwohl es natürlich Vorteile hätte, einmal im Leben einen Tag als Frau zu verbringen: Erstens könnte ich versuchen zu verstehen, warum das zwischen Jungs und Mädchen alles so kompliziert ist, warum wir definitiv ein dauerhaftes Kommunikationsproblem haben und uns eigentlich immer erst dann klärend zusammensetzen, wenn ihr den Spruch bringt: „Wir müssen reden!“

Mascara und Make-up? Super

Natürlich hätte es auch noch andere Vorteile, diesen Test durchzuführen – und da lande ich jetzt mal schnell in der Klischeefalle. Ihr habt den Vorteil, nach einer harten Partynacht sämtliche Spuren der Nacht mit Mascara und Make-up wegzuretuschieren. Uns bleiben die Augenringe, denn die Gleichberechtigung lässt irgendwie noch keine Schminke für Jungs zu.

Bei schickeren Ereignissen könnt ihr anders als wir auf viele Kleider zurückgreifen. Uns bleibt der Smoking. Und es ist auch nicht peinlich, wenn ihr euch zum „Popstars“ Schauen mit euren Freundinnen verabredet. Wir können das beim Fußball, aber das interessiert mich überhaupt nicht.

Binden und Tampons? Nicht so super

Dafür müsst ihr zum Frauenarzt, um eventuell die Pille zu nehmen, habt dieses lästige Ding „die Regel“ monatlich auf dem Plan, braucht Binden oder Tampons. Da bleibe ich doch gerne Mann.

Im Prinzip ist diese Geschlechterfrage aber auch total uninteressant – für mich zumindest. Wie unterschiedlich sind denn Jungs und Mädchen wirklich? Gesellschaftlich sind wir in bestimmte Rollen-Bilder geboren, aber ich schaue dann auch lieber Popstars als Fußball. Wenn ich mich entscheiden müsste.

Aber ich bleibe halt Weihnachtsmann und werde wohl niemals Weihnachtsfee.

Elena, was wünscht du dir für 2009?

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