Werbinich : Wolfgang Daschner?

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Der Polizist Wolfgang Daschner ist in dieser Woche zu einer Geldstrafe auf Bewährung verurteilt worden. Was war passiert?

Daschner war der Vizepräsident der Frankfurter Polizei. Die hatte vor zwei Jahren Magnus Gäfgen gefasst, weil der den elfjährigen Jakob entführt hatte. Nach einer Geldübergabe wurde Gäfgen zwar beschattet, führte die Polizei aber nicht zu Jakob. Im Verhör hat Gäfgen falsche Verstecke genannt.

Aber Jakob hatte doch seit Tagen nichts zu essen und zu trinken.

Das dachte auch die Polizei, die ihn natürlich retten wollte. Deshalb hat Daschner angeordnet, Gäfgen mit der „Zufügung von Schmerzen“ zu drohen. Viele Polizisten wollten das aber nicht machen, weil es verboten ist.

Aber es ging doch um Jakobs Leben. Und einer hat Gäfgen dann ja wohl doch die Gewalt angedroht. Hat der dann ausgepackt?

Ja. Aber er hatte Jakob schon vor der Geldübergabe umgebracht.

Und wenn Jakob noch gelebt hätte?

Dann hätte Wolfgang Daschner ihn vielleicht gerettet und wäre trotzdem bestraft worden.

Aber das war doch ein Notfall.

So denkt wohl jeder ein bisschen. Daschner wurde auch nur milde bestraft, er hätte für seine Anordnung auch ins Gefängnis kommen können. Es gibt deshalb jetzt auch eine große Debatte, was der Staat grundsätzlich mit einem Verdächtigen machen darf. Denn was er mit einem machen kann, kann er mit jedem machen. Egal, ob er schuldig ist oder beim nächsten Mal vielleicht nur ein unschuldiger Verdächtiger. klapp

Nicht zu verwechseln mit Donald Rumsfeld, Horst Tappert und Adolf Dassler.

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