Werbinich : Zu Gast bei Freunden

Annette Kögel

Meist bezeichnet man sie als Jugendliche mit Migrationshintergrund, junge Araber oder Türken. Doch die Schüler, von denen da die Rede ist, sind meist Berliner. Hier geboren, hier aufgewachsen. Die überwiegende Mehrheit von ihnen hatte noch nie etwas mit der Polizei zu tun. Sie fühlen sich von der Gesellschaft nicht angenommen – weil jene Altersgenossen das Bild verfälschen, die Negativschlagzeilen produzieren. Um Problemkindern wie Schulverweigerern zu helfen, schrieb das Bundesinnenministerium europaweit den Wettbewerb „Innoschool“aus. In der internationalen Jury saß auch der Tagesspiegel. Den ersten Geldpreis gewann das Kreativprojekt „Theater an Bord“: In Kooperation mit dem Nautisch-Technischen Institut Neapel können Problemschüler an Bord von Kreuzfahrtschiffen bei Theaterauftritten Anerkennung bekommen - und Berufe in der Schiffstechnik und im Maschinenraum kennenlernen. Ausgezeichnet wurden auch Patenprojekte mit jungen Coaches für Schulabbrecher wie von der „Freiwilligenagentur JoJo“ in Friesland. Doch behalten wir jene Berliner nichtdeutscher Herkunft im Blick, die ihren Weg selbstständig gehen. Empfohlen sei die Schau „Lebenswege“ im Museum für Kommunikation in Mitte. 150 junge Migranten stellen ihre Familie, ihre Heimat in Fotos und Filmen bis zum 3. Dezember vor, sie bieten auch Führungen. Seien wir zu Gast bei Freunden.

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