Wetter : Blitz und Donner vertreiben den Sommer

Schwere Niederschläge in weiten Teilen Deutschlands – Berlin blieb von dem zuvor angekündigten Unwetter weitgehend verschont. Das Tief "Grant" sorgt nun für einen kühlen Wetterabschnitt.

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Die überflutete Straße hält diesen Autofahrer in Leer nicht davon ab, zur Arbeit zu fahren. Foto: dpa

Leer/Zürich - Hagelkörner in Golfballgröße, Blitzeinschläge in Häuser, entwurzelte Bäume: Stürmische Unwetter zogen am Dienstag über weite Teile Deutschlands hinweg und haben in Niedersachsen zu Schulschließungen geführt, in Baden-Württemberg ein Zugunglück verursacht und in Bayern den Flugverkehr behindert. Mindestens vier Menschen wurden verletzt. In der Schweiz wurde ein Mann getötet.

Am frühen Dienstagmorgen führten die Wetterkapriolen in Teilen Niedersachsens zu Überschwemmungen und Sachschäden. Am schwersten betroffen war der Landkreis Leer, wo nach Angaben der Polizei in sämtlichen Schulen aus Sicherheitsgründen der Unterricht ausfiel. Bewohner berichteten von dem schwersten Unwetter seit zehn Jahren. Zeitweise regnete es so heftig, dass das Wasser durch geschlossene Fenster gedrückt wurde. Durch den Sturm knickten zahlreiche Bäume um. Zwei Autofahrer verloren auf nasser Straße die Gewalt über ihre Fahrzeuge und prallten gegen Baumstämme. Der Emstunnel und die Autobahn 31 waren wegen Überflutung am frühen Morgen zwischenzeitlich gesperrt. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hob die Unwetterwarnungen für den Westen Deutschlands am Dienstagvormittag vorerst wieder auf. Die Gewitter hätten sich dort abgeschwächt und seien nicht mehr unwetterartig, teilte ein Sprecher mit.

In Teilen des nördlichen Sachsen-Anhalt fielen innerhalb einer Stunde circa 25 bis 40 Liter Regen pro Quadratmeter. Wie ein DWD- Meteorologe sagte, seien im Monat etwa 50 Liter pro Quadratmeter normal.

Berlin blieb von dem zuvor angekündigten Unwetter weitgehend verschont.

Im oberschwäbischen Baienfurt entgleiste ein Interregio-Zug mit rund 200 Fahrgästen, der gegen einen umgestürzten Baum auf den Gleisen geprallt war. Dabei wurde nach Polizeiangaben ein Passagier verletzt. Auch in Hessen richteten Unwetter Schäden an. Ein Blitz schlug in das Haus einer vierköpfigen Familie in Viernheim ein, das Dachgebälk fing Feuer. Die Eltern und ihre 11 und 14 Jahre alten Kinder konnten sich unverletzt retten. Ebenfalls nach Einschlag eines Blitzes wurde der Lohbergtunnel in Südhessen gesperrt. Alle technischen Anlagen seien ausgefallen, hieß es.

In Süddeutschland und in der Schweiz kam es ebenfalls zu schweren Niederschlägen. Auf der Schweizer Seite des Bodensees wurde ein 31-Jähriger in Romanshorn in seinem Auto von einem umstürzenden Baum erschlagen. In der Nacht zum Dienstag hatten Hagel, Sturm und starker Regen bereits in den Niederlanden erhebliche Schäden angerichtet. Auf den Autobahnen wuchsen die Staus auf insgesamt fast 350 Kilometer Länge an. Züge hatten Verspätung oder fielen ganz aus. Durch Blitzeinschläge wurde vielerorts die Stromversorgung unterbrochen.

Das nächste Tief „Grant“ wird nach der Hitze der vergangenen Tage zum Wochenende einen kühlen und wechselhaften Wetterabschnitt einleiten. Dann liegen die Temperaturen ab Donnerstag nur noch bei 14 bis 22 Grad Celsius, wie der Deutsche Wetterdienst mitteilte. Am freundlichsten soll es noch Richtung Südwesten sein. Am Mittwoch ist es verbreitet heiter bis wolkig, gebietsweise auch stärker bewölkt. Später ziehen von der Nordsee und den Benelux-Ländern her dichtere Wolken heran, die im Westen und Nordwesten Regen bringen. Mit Höchstwerten zwischen 17 und 22 Grad, an der Nordsee um 15 Grad wird es in den meisten Regionen deutlich frischer. In der Nacht zum Donnerstag breitet sich der Regen ostwärts aus. Tsp/ddp/dpa

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