Welt : Wetter: Der Sommer kommt am Donnerstag wieder

Der Sommer kommt doch noch nach Deutschland. In Berlin scheint bereits seit Tagen die Sonne. Doch die Bayern erlebten am Wochenende schwere Überflutungen. Sonne satt versprechen die Meteorologen aber deutschlandweit wieder von Donnerstag an. "Bis einschließlich Sonntag wird es von der Küste bis nach Süddeutschland sommerlich bleiben", sagte Meteorologe Kalli Nottrodt vom Deutschen Wetterdienst in Offenbach am Sonntag. Zunächst startet die Woche aber eher durchwachsen - mit Sonne, Wolken und Regen.

Der Regenschirm sollte auch am Montag in einigen Regionen Deutschlands nicht vergessen werden. Feucht wird es vor allem in Bayern. Schauer soll es auch im Mittelgebirgsraum geben. Lediglich in Baden und an der Ostsee werde das Wetter sich von seiner freundlicheren Seite zeigen. Mit 25 Grad werden in der Vorderpfalz zum Wochenstart die höchsten Temperaturen erreicht. Die Tiefstwerte liegen zwischen elf und 16 Grad. Bis zur Wochenmitte ziehen nach Angaben der Meteorologen immer wieder Wolkenfelder über Deutschland hinweg und fällt vereinzelt Regen. Einziger Trost: Es wird wärmer. Von Donnerstag an soll dann der blaue Himmel dominieren und die Temperaturen auf bis zu 29 Grad steigen. Regen bleibt die Ausnahme. Am Wochenende laden dann Sonne und Hitze mit 32 Grad zu einem Besuch ins Freibad ein. "Ob es so bleibt, ist allerdings noch offen", sagte Nottrodt.

Nach pausenlosem Dauerregen sind am Sonntag in Bayern Flüsse über die Ufer getreten und haben Keller, Straßen und Bahnlinien unter Wasser gesetzt. Besonders betroffen war das Allgäu. In Sonthofen schlug die Polizei angesichts der weiter anschwellenden Wassermassen der Iller Alarm: In Flussnähe drohten demnach Keller überflutet zu werden. Auch das Landratsamt Neu-Ulm gab eine Hochwasser-Warnung heraus. Dem Hochwasser fiel am Sonntag ein Mensch zum Opfer: Bei Oberstdorf stürzte ein Wanderer am Heilbronner- Höhenweg in das reißende Wasser eines Baches und ertrank vermutlich. Ein großflächiges Hochwasser wie zu Pfingsten 1999 erwarteten die Experten aber trotz der riesigen Regenmengen nicht.

Seit Samstag hatte es im gesamten Südbayern teilweise sintflutartige Regenfälle gegeben. In Oberstdorf fielen binnen 24 Stunden mehr als 90 Liter Regen. Auch in Oberbayern goss es wie aus Kübeln, hier blieben größere Hochwasser an Ammer, Loisach und Inn aber aus. In München fielen innerhalb von nur sechs Stunden 58 Liter Regen: Es blieb jedoch bei der Überflutung einiger Unterführungen und tiefer gelegener Straßenzüge.

Der Pegel der Iller erreichte am Sonntagnachmittag die höchste Meldestufe vier, bei der auch bebaute Gebiete überschwemmt sind. Für das Allgäu gab der Deutsche Wetterdienst am Nachmittag sogar eine Unwetterwarnung heraus. Dort hatten die Einsatzkräfte alle Hände voll zu tun, um Dämme zu sichern und voll gelaufene Keller leer zu pumpen. "Die Lage ist kritisch, aber nicht so dramatisch wie letztes Jahr zu Pfingsten", hieß es bei der Polizei in Kempten. Zahlreiche Straßen sowie die Bahnlinie Kempten-Immenstadt-Oberstdorf mussten wegen Überflutung gesperrt werden. Betroffen war auch die Autobahn A 96 München-Lindau: Im Tunnel bei Etterschlag fiel die Pumpanlage aus. In der Nacht zum Montag sollen die Niederschläge auch im Allgäu nachlassen.

Heftige Regenfälle haben am Sonntag auch in der Schweiz zu Überschwemmungen und Erdrutschen geführt. Zahlreiche Flüsse führten Hochwasser und traten über die Ufer. In den Alpen fiel Schnee.

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