Wetter : Ein Hoch auf die Sonne

Hoch "Stephanie" beschert Deutschland für die Ostertage schönes Wetter – und Staus und volle Züge. Reiseexperten rechnen wegen des sonnigen Wetters mit vielen Spontanurlaubern.

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27 Grad. Die Meteorologen erwarten nicht nur in Süddeutschland sommerliche Temperaturen.
27 Grad. Die Meteorologen erwarten nicht nur in Süddeutschland sommerliche Temperaturen.Foto: dpa

Strahlende Sonne versprechen die Meteorologen für die Ostertage. Ob Ostsee, Müritz, Sächsische Schweiz, Thüringer Wald oder der nahe gelegene Spreewald – wohin Ausflügler und Urlauber fahren, die nächsten Tage trübt keine Wolke den Himmel.

Das Hoch Stephanie liegt derzeit stabil über Europa und verhindert, dass Tiefs nach Deutschland dringen und Regen bringen können. Das führt gebietsweise zu hochsommerlichen Temperaturen. Bis zu 27 Grad werden in Süddeutschland erwartet, sagt der Deutsche Wetterdienst (DWD). Allerdings kann es in der Hitze im Süden am Samstag einige Gewitter geben, sie werden aber kaum Kühlung bringen.

23 Grad, vielleicht sogar etwas mehr, werden am Sonnabend auch in Berlin und Umgebung erwartet. An der Ostsee ist es naturgemäß etwas kühler. Dort sinken die Temperaturen am Wochenende etwas unter 20 Grad. Trotz der vereinzelten Gewitter in manchen Teilen Deutschlands ist der von Bauern und Gärtnern sehnlich erwartete ergiebige Landregen noch lange nicht in Sicht. Die Waldbrandgefahr steigt angesichts der weiter anhaltenden Trockenheit vor allem im Osten und Norden des Landes. Am Ostersonntag und Montag scheint im Norden und Osten weiter die Sonne, dort bleibt es trocken bei 20 bis 23 Grad. Nur im Süden und Westen wird es etwas wolkiger.

Den österlichen Ansturm wollen sich auch viele Freibäder nicht entgehen lassen. Nicht nur in Berlin öffnen am Karfreitag die ersten Bäder vorzeitig. In Hamburg startet mindestens ein Freibad eine Woche früher als geplant. „Mit Glück wird das Wasser bis dahin 19 Grad warm sein“, sagte eine Bäderland-Sprecherin. Auch in Stuttgart und München öffnet ein erstes Bad. „Traditionell geht es bei uns normalerweise erst ab 1. Mai los. Aber weil es nichts Neues ist, dass das Wetter gerne mal verrückt spielt, wollen wir flexibel darauf reagieren“, sagte ein Bäder-Sprecher in München.

Nicht nur die Ferienorte an Nord- und Ostsee stellen sich auf einen Besucheransturm ein. Alle Ausflugs- und Urlaubsgebiete werden überlaufen sein. Das bedeutet auch verstopfte Autobahnen und voll besetzte Züge. Bahnreisende sollten sich eine Reservierung besorgen. Reiseexperten rechnen wegen des sonnigen Wetters mit vielen Spontanurlaubern. Diese könnten die Verkehrslage verschärfen. Auf den Autobahnen sei am Gründonnerstag mit der ersten Reisewelle zu rechnen, teilte der ADAC mit. Der Urlaubsverkehr werde sich am Nachmittag mit dem Berufsverkehr und Pendlern überschneiden. Nach ruhigeren Verkehrslagen am Karfreitag, Samstag und Ostersonntag stehe am Ostermontag die Rückreisewelle an. Nach Einschätzung des Auto-Club Europa (ACE) dürfte die „Aufnahmekapazität selbst auf drei- und vierspurigen Fahrbahnen schnell erschöpft sein“. Besonders betroffen sind die Strecken in Richtung Süden und in Richtung Nord- und Ostsee.

Auch für Bahnreisende könnte es eng werden. Bahnsprecher Andreas Fuhrmann berichtete von einer „sehr starken Nachfrage“. Die Zusatzzüge, die normalerweise am Wochenende fahren, würden am Donnerstag und Ostermontag eingesetzt. Tagesausflügler sollten nicht den allerletzten Zug nehmen. „Dieser ist im Regelfall voll.“ Der Deutsche Tourismusverband (DTV) registrierte zuletzt angestiegene Übernachtungszahlen. „Im Vergleich zum Vorjahr wird mehr gereist“, sagte DTV-Sprecherin Nicole Habrich. Ein Hauptgrund sei das Wetter. „Es gibt sehr viele, die sich kurzfristig entschließen.“ mit dpa/dapd

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