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Wetter : Eisiges Europa

Minus 31,4 Grad in Sachsen gemessen. Das ist ein erneuter Rekord in diesem Winter. Es herrscht extreme Glättegefahr auf den Straßen und Gehwegen. Auch andere Länder erstarren vor Kälte.

Sonnenaufgang am Kahlen Asten. Luftaufnahme mit Astenturm.
Sonnenaufgang am Kahlen Asten. Luftaufnahme mit Astenturm.Foto: imago/Rene Traut

Die Kälte aus der Arktis hat Deutschland mit Temperaturen bis minus 31 Grad eingefroren. Eine Wetterstation von Jörg Kachelmann in Marienberg-Kühnhaide (Sachsen) meldete am Samstagmorgen einen Tiefstwert von minus 31,4 Grad, während Meteomedia dort auf minus 30,6 Grad kam und der Deutsche Wetterdienst (DWD) an seiner eigenen Messstation in Marienberg nur minus 17 Grad registrierte. Der DWD maß die niedrigsten Temperaturen an zwei seiner Stationen in Bayern: je minus 26 Grad in Reit im Winkl und Schorndorf. Das sind für diesen Winter bundesweite Rekordwerte, die die der Nacht zum Freitag übertreffen. Hintergrund ist das Tief „Axel“. Eisregen verwandelte die Straßen in weiten Teilen Deutschlands in gefährliche Rutschbahnen. Autofahrer, Radler, Fußgänger und sogar Streudienste kamen ins Schleudern. Skifahrer und Freizeitrodler konnten den Wintereinbruch am letzten Ferienwochenende dagegen genießen. Meteorologen erwarten, dass es in den kommenden Tagen wieder wärmer wird.

Fußgänger zogen sich Knochenbrüche zu

Besonders in der Nordhälfte war die Glätte am Samstag gefährlich. Der Deutsche Wetterdienst warnte die Menschen unter anderem in Mecklenburg-Vorpommern: „Bleiben Sie im Haus!“ In Hamburg rutschten Dutzende Fußgänger bei Blitzeis aus und verletzten sich. Innerhalb von zwei Stunden rückte die Feuerwehr dort am Vormittag nach eigenen Angaben 50 Mal aus. Die Fußgänger zogen sich bei den Stürzen Knochenbrüche, Platzwunden, Prellungen und Zerrungen zu, einige kamen ins Krankenhaus.

Im niedersächsischen Braunlage wollten leichtsinnige Autofahrer im Alter von 20 und 21 Jahren die Kälte für Schleuderübungen auf einem vereisten Parkplatz nutzen. Bei dem Unfall wurden zwei junge Frauen verletzt, eine von ihnen schwer.

Frischer Schnee lockte Freizeitsportler auf die Pisten. Skifahrer und Snowboarder fuhren etwa im Schwarzwald bei eisigen Temperaturen die Berge hinab. Am Feldberg in Baden-Württemberg betrug die Schneehöhe nach Angaben des zuständigen Liftverbunds morgens 5 bis 19 Zentimeter.

Nicht nur Deutschland, fast ganz Europa ist vereist.

Italien

Vor allem die Mitte und der Süden Italiens sind von Schnee, Eis und Kälte betroffen. In Florenz wurde am Samstag bei Minusgraden ein toter Obdachloser gefunden. Möglicherweise trug die Kälte zum Tod bei. Insgesamt war von sieben Kältetoten die Rede. Schnee fiel nicht nur in den eher bergigen Erdbebengebieten in den Regionen Marken, Umbrien, Abruzzen und Latium, sondern selbst an den Küsten. Betroffen war vor allem die Adria-Küste. Selbst in Städten wie Bari und Brindis fiel Schnee. Fotos zeigten Touristenattraktionen wie die Trulli-Kegelbauten in Alberobello in Apulien und die Welterbestadt Matera weiß überzuckert – ein seltenes Schauspiel.

Polen

In Polen starben nach Angaben der Behörden in den vergangenen Tagen zehn Menschen an Unterkühlung. In einigen Regionen lagen die Temperaturen bei minus 20 Grad. Die Behörden rechneten mit weiteren Opfern am Wochenende.

Griechenland

Selbst Griechenland wird von einer Kältewelle heimgesucht. In Thessaloniki betrug die Höchsttemperatur am Samstag minus 7 Grad. Sogar auf den Inseln schneit es.

Türkei

Wegen heftiger Schneestürme in der türkischen Millionenmetropole Istanbul ist der Bosporus für den Schiffsverkehr gesperrt worden. Die Sichtweite auf der Meerenge war zeitweise unter 100 Meter gefallen. Auch die Bosporusfähren zwischen der europäischen und der asiatischen Seite Istanbuls stellten den Verkehr ein. Hunderte Flüge wurden gestrichen. Anadolu berichtete, stellenweise seien in Istanbul über Nacht bis zu 40 Zentimeter Schnee gefallen. (dpa)

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