Wetter : Gewitter reinigen Berliner Luft

Nach drückender Schwüle haben Gewitter am Nachmittag in Berlin für eine spürbare Abkühlung gesorgt. Wegen des Platzregens ging am Flughafen Tegel zeitweise nichts mehr.

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Im Laufschritt durch gepflegtes Schütten. -Foto: ddp

BerlinIm Laufe des Nachmittags kam es bereits in einem breiten Streifen von Hamburg bis ins südliche Brandenburg zu teils kräftigen Gewittern. Auch entlang der Oder gab es Blitz und Donner. In Berlin sorgten starke Gewitter für eine deutliche Abkühlung. Am Flughafen Tegel gingen die Temperaturen zwischen 16 und 17 Uhr von 28 auf 19 Grad zurück. Der starke Platzregen sorgte dort sogar dafür, dass aus Sicherheitsgründen vorübergehend keine Flugzeuge starten und landen können. Ab 16:43 Uhr ruhte für 30 Minuten der Flugverkehr. In dieser Zeit floss das Wasser ab.

Insgesamt waren sieben ankommende Flüge von der Sperrung betroffen. Davon wurden vier zum Airport nach Schönefeld und einer nach Leipzig umgeleitet. Zudem wurden sieben Starts verschoben. Die Verspätungen sollen im Laufe des Abends weiter abgebaut werden.

Vor allem in den Bezirken Reinickendorf und Schöneberg musste die Feuerwehr mehrere vollgelaufene Keller auspumpen. Im gesamten Stadtgebiet fielen nach Angaben der Polizei durch das Unwetter zahlreiche Ampeln aus. Außerdem wurde die Bundesallee in Schöneberg wegen Überflutung vom Hohenzollerndamm an in Richtung Steglitz gesperrt. Das Wasser stand stellenweise etwa einen halben Meter hoch auf der Fahrbahn, sagte eine Augenzeugin. Die Gewitter ziehen inzwischen langsam weiter nordwestwärts und können regional immer noch unwetterartig ausfallen.

Heftiger Regen auch in Baden-Württemberg

In Baden-Württemberg drohen unterdessen wegen starker Regenfälle Flüsse über die Ufer zu treten. Wie Landesumweltministerin Tanja Gönner (CDU) mitteilte, sei in Südbaden die "mittlere Warnklasse" erreicht worden. Wenn es wie vorhergesagt weiter regnen sollte, könne es in den Landkreisen Emmendingen, Freiburg, Breisgau-Hochschwarzwald und Lörrach zu örtlichen Überflutungen kommen, wie sie statistisch nur alle zwei bis zehn Jahre auftreten.

Den Angaben zufolge steigt der Wasserstand am Rheinpegel Maxau bei Karlsruhe nach derzeitigen Wetterprognosen bis morgen auf rund 7,50 Meter an. Das wäre 2,5 Meter über dem Normalniveau. Laut der Ministerin ist die Zahl der Hochwasserereignisse in Baden-Württemberg in den vergangenen 30 Jahren um 20 Prozent gestiegen.

Zweigeteiltes Deutschlandwetter

In den nächsten Tagen bleibt das Wetter im Bundesgebiet zweigeteilt. Quer über Deutschland verläuft nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Offenbach die Luftmassengrenze, die warme Kontinentalluft im Osten von kühler Meeresluft im Westen trennt. Im Westen und Süden schiebt sich feuchte Mittelmeerluft auf die Nordseeluft. "Das Ergebnis sind mächtige Wolkenpakete, aus denen gebietsweise ergiebiger Dauerregen fällt", sagte DWD-Meteorologe Norbert Bonanati.

Auch im Osten bleiben die Menschen nicht vom Regen verschont. Am Donnerstag bilden sich dort erneut schwere Gewitter, allerdings kann es noch einmal hochsommerlich heiß mit Temperaturen bis 31 Grad werden. Im Westen dagegen erreichen die Temperaturen bei Regen örtlich kaum 15 Grad. Erst am Wochenende sei ein Ende der extremen Wettersituation in Sicht.

Unbeständiges Wochenende

Der Freitag ist nach der Vorhersage des Wetterdienstes Meteomedia unbeständig, von Osten her breiten sich erneut zahlreiche Regenschauer und teils unwetterartige Gewitter aus. Am längsten sonnig und trocken bleibt es zur Nordsee hin. Bei mäßigem bis lebhaftem Wind aus unterschiedlichen Richtungen liegen die Höchsttemperaturen zwischen 19 und 25 Grad, im Nordosten sind bis zu 27 Grad möglich.

Auch am Samstag ändert sich noch nicht viel. Im Süden halten sich dichte Wolken, dazu kommt örtlich Dauerregen. Sonst bleibt es unbeständig mit zahlreichen Regenschauern und Gewittern. Lediglich an der See und im Osten zeigt sich die Sonne zumindest zeitweise. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei 18 bis 23 Grad, Richtung Oder werden bis zu 27 Grad erreicht. (smz mit dpa)

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