Wetter : Hitze-Alarm in halb Frankreich

Beinahe in der Hälfte Frankreichs gilt wegen der großen Hitze Alarmstufe Orange. Bereits 23 Menschen starben wegen der hohen Temperaturen. Nun sollen Ex-Mediziner in Bereitschaftsdiensten arbeiten.

Toulouse/Paris - Der Wetterdienst Météo France hat seinen Hitze-Alarm auf weite Teile Frankreichs ausgeweitet: Angesichts einer bis mindestens bis Mittwoch anhaltenden Hitzewelle riefen die Meteorologen Alarmstufe Orange in 47 Regierungsbezirken aus und damit in etwa der Hälfte des gesamten französischen Staatsgebietes. Vor allem im Südosten Frankreichs wurden Rekordwerte von teils mehr als 38 Grad Celsius im Schatten erwartet, in der Hauptstadtregion Ile-de-France bis zu 34 und in der Elsass-Metropole Straßburg bis zu 33 Grad. Gesundheitsminister Xavier Bertrand rief Medizinstudenten und Ärzte im Ruhestand auf, sich den Notdiensten zur Verfügung zu stellen.

Während der seit mehr als zwei Wochen andauernden Hitzewelle in Frankreich starben offiziellen Angaben zufolge bislang 23 Menschen. Aktuellstes Opfer war eine 90-jährige Heimbewohnerin, die am Sonntag in Orly bei Paris an Überhitzung starb. Wie die Behörden am Montag mitteilten, maß die vom Personal herbeigerufene Feuerwehr bei der zunächst noch lebenden Frau am frühen Morgen eine Körpertemperatur von 41 Grad. Kurz darauf war die Seniorin tot. Im August 2003 waren 15.000 Menschen in Frankreich bei einer Hitzewelle gestorben; daraufhin versprach die bürgerliche Regierung eine bessere Ausstattung der Pflege- und Notfalldienste und führte einen zusätzlichen Arbeitstag pro Jahr zur Finanzierung einer Pflegeversicherung ein.

Medizinstudenten, Schwesterschülerinnen und Ärzte im Ruhestand sollten sich "ab sofort" den Notdiensten in den Hitzeregionen zur Verfügung stellen, sagte Minister Bertrand. Manche Notdienste verzeichneten bereits ein Fünftel mehr Andrang als üblich, "und wir wissen, dass die Situationen sich schnell entwickeln können". Keinesfalls sollten neue Spitzen-Temperaturen am Mittwoch abgewartet werden, um zusätzliche Maßnahmen einzuleiten. Der Pariser Bürgermeister Bertrand Delanoë zeigt sich "besorgt": "Ich bin nicht sicher, dass der Staat verstanden hat, dass mehr Mittel erforderlich sind", sagte das sozialistische Stadtoberhaupt beim Besuch des Koordinationszentrums der Pariser Sozialdienste. (tso/AFP)

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