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Wetter in Deutschland : Wahre Sonne kommt von innen

So viel Regen gibt es selten – normalerweise fällt diese Menge in zwei Monaten. In Greifswald kämpfen die Einsatzkräfte gegen die Wassermassen.

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Wüsste man nicht, dass es Mitte August ist, könnte man meinen, wir hätten Herbst. Nicht nur Berlin-Touristen bekommen in diesen Tagen nasse Füße. Durch den vielen Regen der vergangenen Wochen steigt der Grundwasserpegel: ein potentieller Standortnachteil für Berlins Betriebe.Weitere Bilder anzeigen
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30.07.2011 11:27Wüsste man nicht, dass es Mitte August ist, könnte man meinen, wir hätten Herbst. Nicht nur Berlin-Touristen bekommen in diesen...

Lange hat es nicht mehr so viel Regen gegeben. Nördlich und südöstlich Berlins fielen seit dem frühen Donnerstagmorgen bis zu 140 Liter pro Quadratmeter. Das ist mehr als die doppelte Menge, die gewöhnlich im ganzen Juli fällt. Der langjährige Durchschnitt für diesen Sommermonat liegt bei 60 Litern. Selbst für Berlin registrierten die Meteorologen der Freien Universität zwischen Donnerstag- und Freitagmittag 30 Liter Regen pro Quadratmeter. „Das sind schon extreme Mengen, die es im Sommer nur alle 10 bis 15 Jahre gibt“, sagt der FU-Wetterfachmann Werner Wehry. „Dennoch ist es keine katastrophale Situation.“ Die Folgen seien beherrschbar.

Unwetter und starke Regenfälle halten in Mecklenburg-Vorpommern die Einsatzkräfte in Atem. Allein in Greifswald sind weiterhin Straßen wegen Überschwemmungen gesperrt, wie die Feuerwehr am Samstag mitteilte. Da die Entwässerungsgräben den anhaltenden Niederschlag nicht mehr aufnehmen können, sind weitere Sperrungen möglich.

Auch die Einsatzkräfte der Feuerwehr in Neubrandenburg pumpten die ganze Nacht über Keller leer und beseitigten umgestürzte Bäume. Zwar hat der Deutsche Wetterdienst seine Unwetterwarnung am Morgen aufgehoben. Es wird aber weiterhin vor Dauerregen bis in die Abendstunden gewarnt.

Man könne die häufigen und kräftigen Niederschläge durchaus der Siebenschläfer-Regel zuordnen, meint Wehry. Schließlich sei Anfang Juli das Wetter „umgekippt“. Demnach bleiben die Aussichten wohl noch eine ganze Weile eher betrüblich. Erst Mitte August könnte der Sommer wieder seinem Namen alle Ehre machen.

Bis dahin müssen vor allem die Anrainer der Flüsse im östlichen Sachsen sowie im südlichen Brandenburg die Niederschlagsmengen mit Sorge verfolgen. Bereits am Freitag musste an der Lausitzer Neiße in Görlitz die zweithöchste Alarmstufe 3 ausgerufen werden. Der Wasserstand lag bei rund 5,40 Metern. Im letztjährigen August konnte das immerhin etwa sieben Meter hohe Flussbett die Wassermassen nicht mehr fassen, sodass Teile der historischen Innenstadt überschwemmt wurden. Damals war im nahen polnischen Wittka der Damm eines Staudammes gebrochen. Diesmal wollen die Behörden eine ähnliche Entwicklung verhindern. Seit dem gestrigen Freitag lassen sie große Mengen Wasser aus dem Stausee in die Neiße abgehen.

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