Wetter : Kältester März seit Jahrzehnten

Im März war es in Deutschland überall zu kalt. Doch Meteorologen sehen darin keinen Widerspruch zum Klimawandel.

Bei dem weißen Untergrund werden die Ostereier am Sonntag besonders schnell gefunden.
Bei dem weißen Untergrund werden die Ostereier am Sonntag besonders schnell gefunden.Foto: dpa

Deutschland erlebt den kältesten März seit Jahrzehnten - in manchen Regionen sogar den kältesten seit 130 Jahren. Im Osten und Norden seien Rekorde bei Temperaturen und Schneemengen gepurzelt, nur der Süden und die Mitte hätten zeitweise einen Hauch von Frühling gehabt, berichtete der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach am Donnerstag in einer vorläufigen Monatsbilanz.

Nach dem trübsten Winter seit Beginn der Aufzeichnungen war der März 2013 immerhin überdurchschnittlich sonnig.

Berlin liegt seit dem 10. März unter einer Schneedecke, die gegen Ende des Monats 20 Zentimeter dick war. „Das hat es im letzten Märzdrittel dort seit 1892 nicht mehr gegeben“, sagte DWD-Sprecher Gerhard Lux. Schneebedeckt sind seit Wochen auch Regionen im Norden: In Lübeck-Blankensee liegt seit dem 8. März Schnee, der Hamburger Flughafen meldete am 12. März mit 28 Zentimeter Schnee einen März-Rekord.

Dabei hatte der Monat vielversprechend begonnen: Am Flughafen Düsseldorf wurden am 6. März mit 20,2 Grad fast sommerliche Verhältnisse gemeldet - sieben Tage später war es dort mit minus 11,9 Grad bitterkalt. Und auch sonst sausten die Temperaturen nach den ersten milden Tagen in den Keller - und blieben dort.

Unter dem Strich war es nach den DWD-Berechnungen 3,3 Grad kälter als im langjährigen Mittel der Jahre 1961 bis 1990. Die Unterschiede sind aber groß: In Sachsen-Anhalt war es fast fünf Grad zu kalt, in Baden-Württemberg beträgt die Differenz weniger als zwei Grad. „Damit gehört der März 2013 bundesweit zu den sechs kältesten März-Monaten seit Messbeginn 1881“, bilanzierte der DWD. Für Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Berlin ermittelten die Meteorologen Durchschnittstemperaturen, die ganz dicht am bisherigen März-Kälterekord aus dem Jahr 1883 liegen. Ob der Rekord dort geknackt wird, war drei Tage vor Monatsende noch nicht ganz klar: „Da geht es um Zehntel Grade“, sagte DWD-Sprecher Lux.

Die März-Kälte sei kein Widerspruch zum Klimawandel. Das Wetter sei Ergebnis einer besonderen Großwetterlage mit ständigem Zustrom arktischer Luft aus dem Osten und Norden. Typisch für den März seien Westwetterlagen mit milder und feuchter Luft vom Atlantik. „Das hat diesmal gefehlt“, sagte Lux. Klima sei die Summe von Wetterdaten vieler Jahre. (dpa)

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