Wetter : Schnee von heute

Kommt zur Wirtschafts- nun auch die Wetterkrise? Die Meteorologen kündigen einen dramatischen Wetterumsturz an. Auch in Berlin wird es richtig kalt. Allzu viel dürften die Räumdienste am ersten winterlichen Tag allerdings nicht zu tun haben.

Stefan Jacobs
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Euphorische Begrüßung des Winters. Halbnackte Soldaten in Südkorea tobten am Donnerstag begeistert im Schnee. Es ist ein Ritual,...Foto: AFP

Kommt zur Wirtschafts- nun auch die Wetterkrise? Die Meteorologen haben für diesen Freitag "das spektakulärste Wetterereignis seit dem Orkan ,Kyrill'" in Aussicht gestellt, der Deutsche Wetterdienst berichtet von minus 51 Grad kalter Luft aus Grönland, die im Sturm "wie auf Schienen heranrast" und zumindest in den Gebirgen die Straßen meterhoch verwehen werde.

Dramatische Aussichten also. Und: Was von Grönland Richtung Alpen strömt, muss auch an Berlin vorbei. Andrea Schöne vom Wetterdienst Meteogroup bestätigt: "Schon am Vormittag werden sich die Regenschauer immer stärker mit Schnee vermischen." Bei zwei, drei Grad plus dürfte es recht matschig werden, "aber das lässt im Laufe des Tages nach".

Das klingt nicht nach ganz großem Chaos, aber wer kann, sollte auch in Berlin das Auto stehen lassen - erst recht, wenn es keine Winterreifen hat. Denn mit Einbruch der Dunkelheit wird es dann rapide kälter. Bei minus drei Grad in der Nacht zum Sonnabend ist Glätte absehbar. Immerhin soll der Wind deutlich nachlassen.

Die Räum- und Streuflotte der Berliner Stadtreinigungsbetriebe (BSR) ist nach Auskunft des Unternehmens bereits startklar. 450 Fahrzeuge und bis zu 2000 Mitarbeiter stehen bereit, um rund 8500 Straßenkilometer und mehr als 18 000 Kreuzungen freizuhalten. Zuerst werden die Hauptstraßen, Kreuzungen und Haltestellen geräumt, dann erst die Nebenstraßen. Für Sonnabend früh um fünf beordern die BSR außerdem ihre von Arbeitsagentur und Jobcentern vermittelten Helfer in die Reinigungshöfe.

Die Berliner Feuerwehr bereitet sich nicht auf den Wintereinbruch vor

Allzu viel dürften die Männer in Orange am ersten winterlichen Tag allerdings nicht zu tun haben: Mehr als eine hauchdünne weiße Schicht halten die Meteorologen zumindest in Berlin für unwahrscheinlich. Sie erwarten am Wochenende einen Mix aus Sonne, Wolken und kurzen Schneeschauern bei knapp über null Grad tags und mäßigem Nachtfrost. Vor allem der Sonntag verspricht, freundlich zu werden, sodass ein Spaziergang - in dicken Sachen - sogar Spaß machen kann. Für die Folgetage gilt: tags frisch und freundlich, nachts kalt und glatt.

Ein böses Erwachen könnte es für Autofahrer allerdings am Montagmorgen geben. Ein Tief soll just zum Berufsverkehr Schnee bringen. Zwar nur rund drei Zentimeter, aber die reichen in Berlin erfahrungsgemäß für Verkehrschaos, zumal auch die Streufahrzeuge im Berufsverkehr schlecht durchkommen. Eine Pflicht, sie vorbeizulassen, gibt es nicht.

Die Berliner Feuerwehr bereitet sich nach Auskunft ihres Sprechers Wolfgang Rowenhagen nicht auf den Wintereinbruch vor: "Das hat uns noch nie große Probleme bereitet. Bei Bedarf können wir binnen kürzester Zeit über Freiwillige nachlegen." Anders sei die Lage, wenn Blitzeis drohe: "Nach Unfällen mit Blechschäden müssen wir die Autos beiseite schieben. Und wenn die Leute auf glatten Wegen stürzen, haben wir mit unseren Krankenwagen voll zu tun", sagt Rowenhagen.

Der Andrang in der Chirurgie wird auch davon abhängen, ob und wie gestreut wird. Salz, wie es die BSR punktuell auf Hauptstraßen und in ganzer Länge auf der Stadtautobahn verwendet, ist in Wohngebieten und vor allem für Privatleute tabu. Fürs Räumen und Streuen auf Gehwegen sind allerdings die Anwohner oder deren Hausverwaltungen zuständig. Der Eigentümerverband Haus & Grund weist darauf hin, dass die meisten deutschen Städte und Gemeinden ihre "Verkehrssicherungspflicht" für die Gehwege auf die Grundstückseigentümer übertragen haben. Die Kommunen - in Berlin meist in Gestalt der Ordnungsämter - kontrollieren allenfalls, ob auch tatsächlich gestreut wurde. Sofern es nicht noch schneit, müssen die Trottoirs bis früh um sieben frei sein.


Die Berliner Stadtreinigung legt außerdem Wert darauf, dass ebenfalls frühmorgens die Wege zu den Mülltonnen geräumt sein müssen - und zwar mindestens so breit, wie die Tonnen sind . Wenn nicht, kann im besseren Fall die Tonne voll bleiben und im schlechteren der Müllmann ausrutschen. Was wiederum teuer werden kann.

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