Wetter : Sturm richtet zahlreiche Schäden an

Heftige Sturmböen fegen über weite Teile Deutschlands hinweg. Züge und Autos stießen gegen umgestürzte Bäume, Stromleitungen wurden abgerissen. Ein Mann wurde schwer verletzt.

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Sturmschäden in Freiburg -Foto: dpa

HamburgIn Baden-Württemberg versuchte ein Mann, im Sturm die Markise seines Balkons zu bergen. Dabei stürzte er ab und zog sich lebensgefährliche Kopfverletzungen zu. Glimpflich gingen dagegen zwei Bahnunfälle auf den Strecken zwischen Ulm und Sigmaringen sowie zwischen Triberg und St. Georgen aus. Dort stießen Interregiozüge gegen umgestürzte Bäume. Verletzt wurde niemand. In dem einen Zug saßen rund 50 Menschen, in dem anderen etwa 100.

Im Süden Niedersachsens warf der Sturm laut Polizei in der Gegend um Göttingen und Hann. Münden zahlreiche Bäume um. In Staufenberg im Landkreis Göttingen kollidierte ein Auto mit einem umstürzenden Baum. Die Insassen im Alter von 80 und 84 Jahren mussten von der Feuerwehr befreit werden. Sie wurden in ein Krankenhaus gebracht. Als die Polizei den Unfall aufnahm, riss der Sturm weitere Bäume um. Eine Fichte traf den Funkstreifenwagen und beschädigte ihn schwer.

Weihnachtsmarkt in Köln geschlossen

In Köln wurde der Weihnachtsmarkt im Schatten des Domes am frühen Abend vorzeitig geschlossen - aus Angst vor eventuell herabfallenden Fassadenteilen der Kirche. Auf dem Weihnachtsmarkt im thüringischen Gera knickte ein großer Weihnachtsbaum um und krachte auf Verkaufsstände, wie die Polizei mitteilte. Auf dem Gothaer Weihnachtsmarkt war bereits am späten Sonntagnachmittag die Spitze des Weihnachtsbaums abgebrochen und auf eine Tribüne gestürzt.

Rund um Gotha mussten immer wieder vorübergehend Straßen gesperrt werden, weil umgestürzte Bäume und Telefonmasten die Strecken blockierten. Auf der A 71 in Thüringen galt wegen des Sturms stellenweise eine Höchstgeschwindigkeit von 60 Stundenkilometern.

Mehrere Ortschaften stundenlang ohne Strom

In Rheinland-Pfalz und im Saarland wurden vielerorts Fahrbahnen überflutet und Stromleitungen abgerissen. Nach Angaben der Polizei waren die Orte Welschbillig nahe Trier sowie Peterswald-Löffelscheid und Blankenrath im Kreis Cochem-Zell stundenlang ohne Strom, nachdem der Wind die Leitungen beschädigt hatte. Im Saarland musste die Autobahn 620 wegen Überflutung kurzzeitig gesperrt werden.

In Baden-Württemberg, in Hessen und im Saarland schleuderte der Sturm außerdem Bauzäune durch die Gegend und warf Gerüste um. Auch Stromleitungen wurden abgerissen. In Baden-Württemberg mussten zudem am Sonntagabend die Weihnachtsmärkte in Laupheim und Böblingen wegen Orkanböen vorzeitig beendet werden.

Auch in der Schweiz war während des Sturms am frühen Abend ein Baum auf eine Leitung gefallen. Mindestens drei Gemeinden waren mehrere Stunden ohne Strom.

Orkantief "Friedjof" zieht weiter ostwärts

Der Deutsche Wetterdienst hatte am Sonntagnachmittag vor schweren Orkanböen vor allem in den Mittelgebirgen gewarnt. Nach Berechnungen der Meteorologen zieht das Orkantief "Friedjof" bis heute Mittag von den Britischen Inseln weiter über die Nordsee zur westlichen Ostsee. Der Wetterdienst Meteomedia warnte am frühen Morgen vor Orkanböen in den Hochalpen, die 150 bis 160 Stundenkilometer erreichen könnten. (smz/ddp/dpa)

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