Wetter : Unwetter weiten sich aus - und rücken auf Berlin zu

Über Berlin werden die Wolken von Westen her allmählich immer dichter - die ersten Boten der aufziehenden Kaltfront. Im Westen Deutschlands hat es bereits Unwetter gegeben. Besonders betroffen war am Morgen Niedersachsen.

BerlinDie Polizei in Niedersachsen warnte im Rundfunk vor umgestürzten Bäumen und überfluteten Straßen. Im Landkreis Leer wurde an allen Schulen der Unterricht abgesagt. Für Kinder, die dennoch in den Schulen eintrafen, wurde eine Notbetreuung eingerichtet. Vermutlich in Folge eines Blitzschlages wurde der Emstunnel aus Sicherheitsgründen vorübergehend für eine Stunde gesperrt.

Zwischen den Anschlussstellen Papenburg und Leer-West war die A 31 wegen Überflutung einer Senke für über eine Stunde nicht befahrbar. Unwetter wurden auch aus Bremen gemeldet. Die Unwetterzentrale des Wetterdienstes meteomedia sprach von einer "brisanten Wettersituation".

Nicht nur an der Grenze zu den Niederlanden und an der Ems, sondern auch etwa in Wilhelmshaven fielen am Morgen innerhalb kürzester Zeit mehr als 30 Liter Regen pro Quadratmeter, berichtete der Deutsche Wetterdienst in Offenbach. Dort habe es regelrecht "geschüttet". Am Vormittag zogen die Unwetter dann allmählich nach Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Brandenburg weiter, sagte ein Sprecher.

Fenster und Türen geschlossen halten

Der Deutsche Wetterdienst rief die Menschen auf, sich möglichst nicht im Freien aufzuhalten sowie Fenster und Türen zu schließen. Vereinzelt könnten Bäume entwurzelt und Dächer beschädigt werden. Überflutungen von Kellern und Straßen sowie örtliche Überschwemmungen an Bächen und kleineren Flüssen seien möglich. Es könnten Erdrutsche auftreten.

Auch im südlichen Baden-Württemberg hatten sich unwetterartige Gewitter gebildet. Dagegen wurden die Warnungen für Nordrhein-Westfalen aufgehoben.

Zwischen den Alpen und der Ostsee ist es zunächst noch weitgehend trocken und teils strahlend sonnig. Bis zum Nachmittag wird die Gewitterfront aber das ganze Land erreicht haben, am längsten trocken bleibt es noch zwischen Pommerscher Bucht und Lausitzer Gebirge.

Unwetterwarnungen auch für Berlin

Der Deutsche Wetterdienst hob die Unwetterwarnungen für den Westen Deutschlands am Dienstagvormittag vorerst wieder auf. Die Gewitter hätten sich dort abgeschwächt und seien nicht mehr unwetterartig, teilte ein Sprecher mit. Im Tagesverlauf rechnet der Wetterdienst jedoch damit, dass sich die Gewitter im Osten und Süden wieder verstärken.

In den Gegenden mit besonders viel Sonne können die Unwetter mit Starkregen, Hagel und Sturmböen am heftigsten ausfallen. Damit gelten die Warnungen auch für den Berliner Raum, denn hier können noch einmal Höchsttemperaturen jenseits der 30-Grad-Marke erreicht werden.

Ursache der Unwetter ist das Zusammentreffen von Subtropikluft mit einer Kaltfront, die von West nach Ost über Deutschland hinwegzieht. Bis Mittwoch soll sich die Wetterlage wieder beruhigen. (smz/dpa/ddp/AFP)

0 Kommentare

Neuester Kommentar