Wetter : Wie bleibt die Wohnung kühl?

In diesen Tagen leidet so mancher unter den hohen Temperaturen. Wenn das Klima in der Wohnung allmählich tropisch wird, ist an erholsamen Schlaf nicht mehr zu denken. Wir geben Ihnen einige Tipps für eine ruhige Nacht.

Berlin - Zwar lassen Regengüsse Mensch und Natur nach der Hitzewelle etwas aufatmen - doch wirkliche Abkühlung bringt das nicht. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) erwartet für die kommende Woche schon wieder hohe Temperaturen von örtlich bis zu 34 Grad. Viele Menschen können in den schwülwarmen Nächten kaum schlafen und wälzen sich unruhig in den Laken. Wer folgende Experten-Tipps beherzigt, findet vielleicht doch noch eine ruhige Nacht:

Sollen die Schlafräume gelüftet werden?

Der Schlafforscher Jürgen Zulley empfiehlt die "italienische Lösung": Schlafräume sollten tagsüber dicht und dunkel sein. Fenster und Türen spätestens ab 11 Uhr geschlossen halten, damit die Hitze nicht in die Wohnung strömt. Gelüftet werden sollte nur in den frühen Morgenstunden oder spät abends. Wer dennoch nachts lieber die Fenster aufreißt, sollte Zugluft meiden: Sonst drohen am nächsten Tag ein steifer Nacken oder gereizte Schleimhäute. Die Zimmer sollten tagsüber abgedunkelt werden: Rollläden sind am wirksamsten. Innen angebrachte Jalousien und Vorhänge können die warmen Sonnenstrahlen erst abschirmen, wenn sie bereits in den Raum eingedrungen sind. Hilfreich sind auch getönte Reflexionsfolien, die nachträglich an die Scheiben geklebt werden. Die ideale Raumtemperatur liegt bei 16 bis 18 Grad Celsius.

Wie wird der Körper am besten gekühlt?

Vor dem Schlafengehen empfiehlt der Experte eine kühle - nicht zu kalte - Dusche. Die Feuchtigkeit nicht ganz abtrocknen, sondern verdunsten lassen, das bringt dem Körper Abkühlung. Wem das nicht reicht, der kann eine Wärmeflasche in den Kühlschrank legen und zur Kühlflasche umfunktionieren. Ein dünnes Laken reicht zum Zudecken. Außerdem empfiehlt sich ein leichter luftiger Schlafanzug aus Naturfasern wie Baumwolle. Beides kann Schweiß gut aufnehmen - immerhin schwitzt der Körper nachts einen halben Liter Flüssigkeit aus. Wer seinen Pyjama lieber ins Eisfach legt, erzielt nur einen kurzen Effekt.

Sind Schlaftabletten ratsam?

Schlaftabletten sollten nur bei krankheitsbedingten Schlafstörungen genommen werden. Gegen ein pflanzliches Präparat mit Baldrian ist nichts einzuwenden. Allerdings braucht der Mensch im Sommer ohnehin weniger Schlaf als im Winter. Das längere und intensivere Licht hemmt die Bildung des Hormons Melatonin. Dadurch nimmt die Schlafdauer ab.

Was ist bei der Ernährung zu beachten?

Beim Essen gilt: keine schwere Kost. Lieber leichtes Essen mit viel Obst bevorzugen und das Mahl vor 19 Uhr einnehmen. Auch zuviel Alkohol stört den Schlaf, ein Glas Bier zur Erfrischung tut dem freilich keinen Abbruch. Generell sollten über den Tag verteilt etwa zweieinhalb bis drei Liter getrunken werden wie Wasser, Säfte, Schorlen oder Kräutertees. Das Flüssigkeitsdefizit nicht unbedingt erst am Abend auffüllen, sonst wird der Schlaf durch häufige Toilettengänge unterbrochen.

Sind Ventilatoren oder Klimageräte zu empfehlen?

Ventilatoren wirken zwar erfrischend und lassen den Schweiß verdunsten. Aber auch hier drohen Nackenverspannungen und Erkältungen, wenn der Körper zu sehr auskühlt. Von elektrischen Raumkühlern und Klimageräten raten Verbraucherexperten ab. Besonders bei Billiggeräten ist die Technik oft nicht ausgereift, und der Energieaufwand steht in keinem Verhältnis zur erzeugten Kältemenge. In heißen Sommern sind Stromkosten von 50 Euro und mehr möglich. Außerdem kann durch den Abluftschlauch, der häufig über ein gekipptes Fenster nach draußen führt, wieder warme Luft eindringen. Elektrische Geräte, die nicht unbedingt gebraucht werden, sollten abgeschaltet werden. Denn jeder Computer oder jede Lampe strahlt Wärme ab. Grundsätzlich gilt: Je größer der Raum, desto geringer die Kühlwirkung.

(tso/AFP)

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