• Wetter: Winter-Ende falsch vorhergesagt: Murmeltier Phil droht die Todesstrafe

Wetter : Winter-Ende falsch vorhergesagt: Murmeltier Phil droht die Todesstrafe

Weil der Frühling nicht kommt, macht der US-Staatsanwalt Mike Gmoser einen makabren Scherz. Das Murmeltier will sich einen Anwalt nehmen. Extremes Winterwetter herrscht auf der Nordhalbkugel. Vor Ostern wird sich daran in Ost- und Norddeutschland wenig ändern.

Feierliche Proklamation. Murmeltier Phil sagt in Punxsutawney jedes Jahr im Februar voraus, wann der Winter endet.
Feierliche Proklamation. Murmeltier Phil sagt in Punxsutawney jedes Jahr im Februar voraus, wann der Winter endet.Foto: Getty Images/AFP

Es hat den falschen Riecher beim Frühling gehabt – nun muss das weltberühmte Murmeltier Phil aus dem US-Bundesstaat Pennsylvania um sein Leben zittern. Ein Staatsanwalt aus dem Nachbarstaat Ohio droht dem Nager mit der Todesstrafe.

Es ist ein makabrer Scherz. In seiner Anklageschrift erklärte Mike Gmoser, Phil habe „vorsätzlich die Menschen in den Glauben versetzt, dass der Frühling früh komme“. Diese Fehlprognose sei ein Verbrechen „gegen den Frieden und die Würde von Ohio“, sagte der Jurist mit einem Augenzwinkern. Das nagende Wetterorakel hatte am traditionellen „Groundhog Day“ im Ort Punxsutawney, am 2. Februar, fälschlicherweise ein baldiges Winterende prophezeit. Die Regel lautet: Sieht das Tier seinen Schatten, wenn es aus seinem Bau gezogen wird, und zieht sich erschrocken zurück, müssen sich die Menschen auf sechs Wochen mehr Winter einstellen. Sieht Phil den Schatten nicht, weil der Himmel bewölkt ist, liegt Frühling in der Luft. Der Präsident des Murmeltierclubs von Punxsutawney, Bill Deeley, erklärte, dass Phil sich einen Anwalt genommen habe und gegen die Auslieferung nach Ohio wehre. Der Verein habe zu seinem Schutz die Sicherheitsmaßnahmen um seinen Bau verschärft.

Deutschland: Kältehöhepunkt vorüber

Kälter wird es jetzt nicht mehr. „Im Norden und Osten ist der Höhepunkt der Kältewelle nun überschritten, und es wird jeden Tag etwas weniger kalt werden“, sagte Meteorologe Christoph Hartmann vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach am Sonntag. Zu Ostern werde es keinen Dauerfrost geben, nur nachts könnten die Temperaturen wieder unter den Gefrierpunkt sinken. Richtig schön wird das Wetter zum Ostereiersuchen aber nicht: Es seien viele Wolken und Regen zu erwarten, sagte Hartmann.

Tagsüber werden die nächsten Tage noch kalt mit Höchstwerten von etwas über null Grad. Zur Wochenmitte wird es überall milder, aber die 10-Grad-Marke wird zu Ostern voraussichtlich nur im Süden übersprungen – dafür soll es regnen. Das ist der Preis für das Ende der Kälte. Bewölkung sowie milde und feuchte Luft vom Atlantik wären um diese Jahreszeit eigentlich normal.

Auf dem Brocken wurden mit minus 17 Grad am frühen Sonntagmorgen die niedrigsten Frühlingstemperaturen seit mehr als 50 Jahren gemessen. Auch für Berlin und Brandenburg wurden Rekorde gemessen. In Sachsen-Anhalt war es ebenfalls bitterkalt, auch wenn es für Rekorde nicht reichte. So wurden für Genthin minus 15 Grad und Harzgerode minus 14 Grad gemeldet.

In Nordrhein-Westfalen dagegen ließen sich einige Hartgesottene nicht abschrecken und eröffneten trotz winterlicher Temperaturen die Freibadsaison. „Der erste Badegast ist mit Pelzmütze ins Wasser gegangen“, sagte ein Sprecher des Freibads im Münsterland. Als einige Badegäste am frühen Morgen erste Bahnen schwammen, habe das Thermometer draußen noch minus sieben Grad angezeigt. „Der Wind, der hier reinpfeift, ist ganz schön kalt.“ Allerdings war es im Becken deutlich angenehmer – das Wasser war 25 Grad warm.

Großbritannien: Todesopfer im Schnee

Kurz vor Ostern hat der Winter in Großbritannien noch einmal richtig zugeschlagen. Drei Menschen sterben, Zehntausende sind ohne Strom. Autofahrer stecken in Schneewehen fest, Flüge und Züge fallen aus. Heftige Winde und Schneeverwehungen verwandelten viele Regionen am Wochenende in wunderschöne Winterlandschaften.

In Nordirland und Schottland waren Zehntausende für bis zu drei Tage ohne Strom. In Cumbria mussten 26 Schulkinder aus einem Ferienlager in Sicherheit gebracht werden. Das Lager war von der Außenwelt abgeschnitten, die Vorräte gingen zu Ende. Rettungskräfte befreiten 70 Autofahrer aus ihren Fahrzeugen, die in Schneewehen stecken geblieben waren und einschneiten. Tsp/dpa

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