• Wetterdienst in Offenbach weist Vorwürfe zurück - Dennoch Unzulänglichkeiten bei Orkanprognose eingeräumt

Welt : Wetterdienst in Offenbach weist Vorwürfe zurück - Dennoch Unzulänglichkeiten bei Orkanprognose eingeräumt

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach hat Vorwürfe zurückgewiesen, er habe viel zu spät vor dem Jahrhundertorkan "Lothar" gewarnt. Erste Unwettermeldungen für Süddeutschland seien am Sonntag bereits um 8 Uhr herausgegeben worden, sagte DWD-Sprecher Uwe Wesp auf Anfrage. Dagegen übten Meteorologen konkurrierender Unternehmen scharfe Kritik an der Bundesbehörde.

Jürgen Vogt von der Firma meteosat sagte, die Warnungen hätten bedeutend früher erfolgen können: "Den Orkan haben die 3000 DWD-Mitarbeiter schlicht verpennt. Der Warndienst war unzureichend." Die Firma Meteosat gehört ebenso wie Meteofax dem Fernsehmeteorologen Kachelmann, der auch für den Tagesspiegel die Vorhersage erstellt. Meteofax sitzt in Berlin.

Der Meteorologe Jürgen Knittel vom Deutschen Wetterdienst in Offenbach räumte ein, dass das per Computer berechnete Vorhersagemodell des DWD am Sonnabend falsch war, weil es die tatsächliche rasante Entwicklung des Orkantiefs nicht angezeigt hatte. "Andere Modelle waren da besser, doch ganz richtig lag keiner." Der Deutsche Wetterdienst hatte erst Ende November eine neue Generation von Vorhersagemodellen samt neuem Computer in Betrieb genommen, in die rund 70 Millionen Mark investiert worden waren.

Knittel sagte, die Unzulänglichkeit bei der Orkanprognose habe möglicherweise "auch was mit dem neuen Modell zu tun". Es sei wegen der drängenden Jahr-2000-Problematik recht zügig eingeführt worden. "Das System war zwar weitgehend gediehen, aber vielleicht hätte man sich sonst mit der Operationalisierung etwas mehr Zeit bei der Einführung gelassen." Auch der DWD-Pressesprecher sagte, dass eventuell Verbesserungen vorgenommen werden müssten.

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