• Wetterdienst warnt vor weiteren Unwettern: Erste Hochwassertote in Niedersachsen
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Wetterdienst warnt vor weiteren Unwettern : Erste Hochwassertote in Niedersachsen

In Niedersachsen unterschätzte eine Radfahrerin die Macht der Fluten. Das Hochwasser riss sie mit, die Frau starb im Krankenhaus, nachdem sie zunächst gerettet worden war. Nach tagelangem Dauerregen gibt es für die Hochwassergebiete auch am Freitag keine Entspannung.

Hochwasser in Thüringen: Einsatzkräfte der Feuerwehr standen am Donnerstag in Bad Salzungen mit einem Boot bereit. Nach tagelangem Dauerregen ist hier die Werra über die Ufer getreten.
Hochwasser in Thüringen: Einsatzkräfte der Feuerwehr standen am Donnerstag in Bad Salzungen mit einem Boot bereit. Nach tagelangem...Foto: dpa

Das tagelange Hochwasser in Niedersachsen hat ein erstes Todesopfer gefordert. Eine Radfahrerin starb laut Polizei, nachdem sie leblos aus einem Fluss gezogen worden war. Auch in Bayern wird seit Tagen ein Mann vermisst, der seinen Hund aus dem Hochwasser retten wollte. Da die Meteorologen weitere Regenfälle vorausgesagt haben, müssen die Hochwassergebiete, darunter auch Sachsen-Anhalt, weiter bangen.
Die Radlerin in Niedersachsen war am Donnerstagmorgen nach Polizeiangaben im Raum Hannover auf einer Straße unterwegs, die wegen Hochwassers eigentlich gesperrt war. Die Strömung war nach einem Bericht eines Augenzeugen so stark, dass sie die Kontrolle über ihr Rad verlor und ins Wasser stürzte. Zwar konnte die Feuerwehr die Frau noch aus der Leine ziehen und in ein Krankenhaus bringen. Dort sei sie jedoch kurz darauf gestorben, teilte die Polizei mit.

Nach dem Hundebesitzer in der Oberpfalz fehlt nach Polizeiangaben indes noch jede Spur. Er war am Dienstag in einen Fluss gesprungen, um seinen Hund zu retten. Die Strömung sei so stark gewesen, dass der 40-Jährige nach unten gezogen worden sei.

Hochwasser in Deutschland
Nach starken Gewittern hat die Feuerwehr auch am Mittwoch vielerorts in Deutschland gegen wachsende Fluten gekämpft. Das Hochwasser legte zunehmend den Verkehr lahm. Besonders brenzlig war die Lage im niedersächsischen Sarstedt. Auch in Teilen Hessens und Bayerns nahm die Hochwassergefahr zu. Bis Anfang nächster Woche ist - außer im Norden - weiter mit viel Regen zu rechnen. Auf dem Bild zu sehen: Der Fluss Innerste in Giesen im Landkreis Hildesheim, der über die Ufer getreten ist.Alle Bilder anzeigen
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30.05.2013 11:32Nach starken Gewittern hat die Feuerwehr auch am Mittwoch vielerorts in Deutschland gegen wachsende Fluten gekämpft. Das...

Für die Hochwassergebiete in Deutschland ist auch in den kommenden Tagen keine Entspannung angesagt: Einsatzkräfte stellten sich etwa in Niedersachsen auf Sonderschichten ein, denn es wird dem Deutschen Wetterdienst (DWD) zufolge weiter regnen. Gebietsweise wurden sogar bis zu 70 Liter Regen pro Quadratmeter erwartet. Die Hochwasserlage hatte sich in Niedersachsen zwar etwas beruhigt, dennoch waren auch am Donnerstag Hunderte Helfer im Einsatz, um Wasser aus überfluteten Kellern und Abwasserkanälen abzupumpen. Auch in Sachsen-Anhalt und in Bayern wird die Wetterlage mit Sorge betrachtet. Vom Sommer zunächst keine Spur.

Der DWD warnte derweil vor kräftigen Regengüssen. Bis Freitagabend könne es in weiten Teilen der Bundesrepublik ordentlich schütten. „Nach jetzigem Stand fallen dabei gebietweise Regenmengen zwischen 40 und 70 Liter pro Quadratmeter“, sagte Meteorologin Johanna Anger am Donnerstag in Offenbach. Auch der meteorologische Sommeranfang am Samstag (1. Juni) fällt zumindest im Süden und Osten noch ins Wasser.

Auch in Bayern rechnet das Landesamt für Umwelt mit weiteren Hochwassern, vor allem in Nordbayern und dem Bayerischen Wald. Der andauernde Regen hinterlässt in Deutschland vielerorts seine Spuren. In Oberfranken hat das Hochwasser zahlreiche Keller voll laufen lassen. Der Dauerregen überflutete in der Nacht zum Freitag auch mehrere Straßen. Wie die Polizei mitteilte, waren vor allem die Landkreise Bamberg, Forchheim, Kulmbach und Lichtenfels betroffen. Verletzt wurde niemand. In der Nacht hatte die Feuerwehr nach Angaben der Behörden Anwohner aus zwei Häusern im Kreis Lichtenfels in Sicherheit gebracht. Auf der Autobahn 73 bei Buttenheim nahe Bamberg waren die rechte Spur und der Standstreifen überflutet. Am Erfurter Autobahnkreuz rutschte ein Hang ab. Für die Reparatur müssten die Abfahrten von der A4 auf die A71 Richtung Sömmerda/Sangerhausen tageweise gesperrt werden, teilte das Landesamt für Bau und Verkehr mit.

Die Chancen auf Sonnenschein steigen - langsam. Denn von Nordwesten kündigt sich ein Hochdruckgebiet an. „Spätestens am Montag sollte sich das freundliche Wetter dann auch bis Süden und Osten vorgearbeitet haben“, sagte Meteorologin Anger. Es wird trockener. Die Höchstwerte sollen dann 15 bis 19 Grad erreichen, vereinzelt soll es bis zu 23 Grad warm werden, Sommerhitze wird aber nicht erwartet. „Höchstwerte jenseits der 25 Grad sind nach wie vor nicht in Sicht“, sagte die DWD-Wetterexpertin.
Das Schmuddelwetter bringt zumindest für Pilzsammler derzeit gute Nachrichten: Mancherorts, wie in Sachsen, sprießen Pilze schon wie im Herbst, Experten sagen bereits ein Rekordjahr voraus. (dpa, AFP)

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