Wetterkapriolen : Schneechaos und Überschwemmungen in Europa

In weiten Teilen Südeuropas herrschte am Wochenende Chaos. Während die italienische Hauptstadt Rom mit Hochwasser fertig werden musste, sorgten in Österreich und der Schweiz heftige Schneefälle für chaotische Zustände.

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Viele Straßen, wie hier in Kärnten, mussten gesperrt werden -Foto: dpa

RomIm Zentrum Frankreichs waren am Sonntag rund 70.000 Haushalte ohne Strom, in Rom stieg der Tiber zeitweise auf sein höchstes Niveau seit 40 Jahren. Auch in Österreich und der Schweiz schneite es stark; im Wallis starb eine deutsche Skifahrerin an den Verletzungen nach einem Lawinenabgang.

Hunderte Mitarbeiter des Stromkonzerns EDF sowie von zugehörigen Dienstleistungsunternehmen versuchte am Sonntag im Zentrum Frankreichs die Stromversorgung für zehntausende Haushalte wieder herzustellen. Auch Notstromaggregate seien in Betrieb genommen worden, teilte das Unternehmen mit. Die seit Samstag anhaltenden Schneefälle behinderten nach Angaben von EDF jedoch den Zugang zu den beschädigten Stromleitungen. Betroffen waren nach Angaben des Elektrizitätskonzerns EDF die Departements Puy-de-Dôme, Lozère, Cantal, Haute-Loire und Corrèze.

Mann stürzt in den Tiber

In Rom suchten Rettungskräfte verzweifelt nach einem Mann, der am Samstag in den auf Rekordpegel angeschwollenen Tiber stürzte. Der 27-jährige Ire, der zu einer Hochzeitsfeier in der Stadt war, fiel in der Nacht möglicherweise in betrunkenem Zustand in den Fluss, als er ein Foto machen wollte. Im historischen Stadtzentrum versuchten Rettungskräfte, unter der Sant' Angelo-Brücke festsitzende Boote mit Hilfe eines Krans zu befreien. Andere befestigte Boot, drohten von der starken Strömung mitgerissen zu werden.

Durch die heftigen Unwetter starben in Italien seit Mittwoch bereits vier Menschen. Das Hochwasser in Rom ging jedoch im Laufe des Samstags zurück, nachdem es am Morgen seinen Höchststand erreicht hatte. Der italienische Zivilschutz rechnete aber für Sonntag mit einem erneuten Anschwellen des Flusses, da in der italienischen Hauptstadt und Umgebung weitere heftige Regenfälle drohten. Der für Sonntagnachmittag vorhergesagte Regen sollte demnach bis Dienstag anhalten.

500 Haushalte ohne Strom

Auch in Österreich und der Schweiz sorgten heftige Schneefälle für chaotische Verhältnisse. Im österreichischen Lesachtal waren rund 500 Haushalte am Samstag vorübergehend ohne Strom. Im Bundesland Kärnten war zuvor in nur zwei Tagen mehr als ein Meter Neuschnee gefallen. Wegen der Schneemassen waren zahlreiche Straßen nicht befahrbar. Am Abend beruhigte sich die Lage, die Elektrizitätsversorgung wurde wieder hergestellt, die Hauptstraßen wurden wieder geöffnet. Im benachbarten Tirol herrschte nach einem Bericht des ORF weiterhin hohe Lawinengefahr, viele Häuser seien von der Stromversorgung abgeschnitten.

In der Schweiz erlag am Samstag eine deutsche Skifahrerin den Verletzungen, die sie vor fünf Tagen bei einem Lawinenabgang im Wallis erlitten hatte. Die 67-Jährige war am Montfort-Massiv in Begleitung eines Skilehrers außerhalb der Piste unterwegs, als sie von der Lawine mitgerissen wurde. Rettungskräfte fanden die Frau schwer verletzt unter einer 2,50 Meter dicken Schneeschicht. Die anderen Mitglieder ihrer Skigruppe blieben unverletzt.  (mfa/AFP)

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