Wetterkatastrophen : Entwaldung und Erwärmung

09.08.2012 00:00 Uhr

Wer ist verantwortlich? Warum die Monsunüberschwemmungen in Asien immer schlimmer werden.

Indien wird nicht nur von Dürre geplagt. Wo der Monsun kommt, kommt er mit Macht. Erst vor wenigen Tagen haben Monsunregenfälle im Himalaya-Bundesstaat Uttarakhand Überschwemmungen und Erdrutsche ausgelöst. Mehr als 30 Menschen starben, zwei Wochen vorher kamen 14 Menschen durch Blitze im ostindischen Bundesstaat Bihar ums Leben, als sich der Monsun in Gewittern entlud. Dass Wetter immer öfter zur Katastrophe wird, hat mehrere Gründe. Einer ist die globale Erwärmung durch den Ausstoß von immer mehr Kohlendixid. Gerade erst hat James Hansen vom Goddard Institut für Weltraumstudien der Nasa (GISS) statistisch nachgewiesen, dass die Häufung von Hitzewellen seit den 50er Jahren und verstärkt in den vergangenen zehn Jahren auf den Klimawandel zurückzuführen ist.

Er wagte auch die Aussage, dass die aktuelle Hitzewelle und Dürre in den Vereinigten Staaten durch die globale Erwärmung bedingt ist. Klimaforscher sehen immer häufiger einen klaren Zusammenhang zwischen dem Kohlendioxid-Gehalt in der Atmosphäre und Wetterextremen.

Doch das ist nur ein Einflussfaktor. Dass Monsunregen oder auch Starkregenereignisse in Europa immer öfter katastrophale Folgen haben, hat auch noch andere, meistens selbst verschuldete Gründe. Es leben viel mehr Menschen als noch vor 20 Jahren dicht entlang großer Flussläufe. Der Grund dafür ist leicht einzusehen: Die Erde ist meistens fruchtbar, und auch eine Bewässerung in regenarmen Zeiten kein großes Problem. Die Schattenseite ist, dass der Fluss kaum Möglichkeiten hat, sich auszubreiten, wenn es stark regnet. Also werden immer mehr Menschen Opfer der daraus resultierenden Überschwemmungen. Und da sich im Wirtschaftsaufschwung mehr Reichtum entlang dieser Risikogebiete angehäuft hat, sind die Verluste größer.

Ein weiterer Aspekt ist die zunehmende Entwaldung. Weniger als 30 Prozent Indiens sind noch mit Wald bedeckt. Je weniger Wald noch steht, desto höher ist vor allem in den Bergen das Risiko für Erdrutsche. Und auch da sind die Schäden deshalb höher, weil mehr Menschen in diesen empfindlichen Bergregionen leben als noch vor ein paar Jahrzehnten.

Wie schwer es gerade in Indien ist, eine bessere Vorsorge für solche Katastrophen zu treffen, hat das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung feststellen müssen, das die Großstadt Hyderabad berät, wie sie sich an die

Folgen des Klimawandels anpassen kann. Dort sind vor allem Arme von Überschwemmungen betroffen. Der Grund: Ihre Hütten liegen genau in den Gebieten, in denen das Wasser sich sammelt. Es sei schwer gewesen, die Verantwortlichen zu überzeugen, dass sie auch für die Armen Verantwortung trügen, berichtet ein Projektbeteiligter. deh

Wissens - Test

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Unser/e Leser/in blinder meint zum Artikel: Besuch im Reichstag bleibt umständlich:
Da von den aktuell 620 Abgeordneten bei den Sitzungen sowieso nur 20% anwesend sind, bleiben fast fünfhundert Sitze unbelegt. Hier könnte man doch die wartenden Besucher nach der obligatorischen Einlasskontrolle "zwischenparken".
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