Whitney Houston wird beigesetzt : Abschied von einer Diva

Verwandte und Freunde nahmen Abschied von Whitney Houston. Weltstars wie Oprah Winfrey, Alicia Keyes und Kevin Costner versammelten sich in der kleinen Kirche in Newark – nur Bobby Brown machte wieder Ärger.

Lars Halter
Mit einer Trauerfeier haben Familie und Freunde Abschied von Whitney Houston genommen.Alle Bilder anzeigen
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19.02.2012 17:03Mit einer Trauerfeier haben Familie und Freunde Abschied von Whitney Houston genommen.

Es war keine Totenmesse im eigentlichen Sinn. Freunde und Wegbegleiter Whitney Houstons feierten am Samstag in einer kleinen Backsteinkirche im Schwarzenviertel von Newark die „Heimkehr“ der Sängerin. „Bodyguard“ Kevin Costner huldigte ihr, Stevie Wonder und Alicia Keys sangen für die Verstorbene, doch auf dem letzten Weg war nur eine Stimme gut genug: ihre eigene. Als sechs Träger den glänzenden Sarg aus der Kirche trugen, schwebte über der Versammlung Whitney Houstons Welthit „I Will Always Love You“.

Wie ein letztes Gebet. Eine Heimkehr war die vierstündige Feier im doppelten Sinne. Eine Heimkehr zu ihrem Schöpfer, wie zahlreiche Prediger immer wieder betonten und wie auch Mutter Cissy in einem Abschiedsbrief schrieb: „Gott sagte: Es ist Zeit, Nippy. Deine Arbeit ist getan. Danke, dass du eine so wunderbare Tochter warst.“

Und eine Heimkehr an den Ort, wo ihre Musik begann. In der New Hope Baptist Church, nur ein paar Meilen entfernt von den Wolkenkratzern Manhattans und der Glitzerwelt des Broadway, sang sie als Kind im Chor und mit elf Jahren ihr erstes Solo. Es gibt ein altes Video aus der Zeit, auf dem Nippy, wie die Familie sie nannte, „Hallelujah“ singt und die ganze Kirche mitreißt. Hinter ihr wogt der Chor in weißen Roben.

Whitney Houston - Leben und Tod einer Pop-Diva
Sie war "The Voice" - die Stimme. Die Stimme einer Generation von Sängerinnen, von Diven, wie sie derzeit auf dem Musikolymp vergeblich gesucht werden: Withney Houston.Weitere Bilder anzeigen
1 von 24Foto: Reuters
13.02.2012 14:13Sie war "The Voice" - die Stimme. Die Stimme einer Generation von Sängerinnen, von Diven, wie sie derzeit auf dem Musikolymp...

Am Samstag das gleiche Bild. Der Chor in der kleinen Kirche war wieder in Weiß gekleidet und eröffnete die Feier mit dem Gospel „Grateful“. „Dankbar“ war die Gemeinde im Gotteshaus. Dankbar für Whitney, für ihre Stimme, für die Erinnerungen an Nippy. R&B-Legende Dionne Warwick führte durch das Programm und rief immer wieder neue Wegbegleiter ans Mikrofon. Gospel-Star BeBe Winans erinnerte daran, wie Whitney auf dem Höhepunkt ihrer Karriere als Backgroundsängerin für ihn und seine Schwester CeCe auftreten wollte. „Das geht nicht. Du bist ein Weltstar“, habe er damals gesagt. Darauf Whitney: „Ihr seid für mich Bruder und Schwester. Ich bin eure Schwester. Außerdem seid ihr pleite, und ich bin reich.“ Sie habe die ganze Tour dann auch mit Kostümen ausgestattet. Ihren Entdecker und Manager Clive Davis hätten solche Aktionen verrückt gemacht, erinnerte Winans, bevor Davis selbst sprach. „Auf eine solche Stimme wartet man ein Leben lang“, sagte er, der Whitney Houston von Newark an die Spitze der Charts brachte. Noch zwei Tage vor ihrem Tod habe er mit ihr über ihr Comeback gesprochen. „Im August bin ich soweit“, habe Whitney gesagt. „Ich verlasse mich auf dich“, sagt Davis heute. Whitneys Comeback werde kommen, ihre Stimme wieder klingen, allerdings vor einem himmlischen Publikum.

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