Welt : WHO: Europa kann Virus eindämmen

Ein Seuchenzug der Vogelgrippe lässt sich in Europa nach Ansicht der Weltgesundheitsorganisation mit guten Chancen verhindern. Der Kontinent reagiere engagiert und könne von den Erfolgen und Fehlern in Asien lernen.

Kopenhagen - Zum Auftakt einer dreitägigen Arbeitstagung der 52 WHO-Mitgliedstaaten in Europa sagte der asiatische WHO- Regionalchef Shigeru Omi am Montag in Kopenhagen, er sehe wegen der großen Transparenz, dem Engagement und den materiellen Möglichkeiten «exzellente Möglichkeiten» für die europäischen Länder zur Eindämmung des Virus. «Europa hat eine goldene Chance, von den Erfolgen und Fehlern bei uns in Asien zu lernen.» Den WHO-Angaben zufolge haben sich in Asien bisher 118 Menschen mit dem Vogelgrippevirus H5N1 angesteckt, in Europa dagegen noch keiner.

Bei dem dreitägigen Treffen sollen die Notfallpläne einzelner Staaten abgestimmt und weitere Vorsorgemaßnahmen beraten werden. Der zuständige WHO-Sprecher für die Einschätzung von Epidemie-Gefahren in Europa, Fernand Sauer, betonte, es bestehe derzeit kein «ernsthaftes Problem mit Blick auf die Ansteckung von Menschen». In der Debatte werde zu oft die reale Ausbreitung einer Tierseuche mit den potenziellen Gefahren für Menschen in einen Topf geworfen, die in Europa jedoch gegenwärtig nicht betroffen seien. «Derzeit haben es unsere Kollegen in der Tiermedizin mit einer akuten Notsituation zu tun. Im Bereich der Humanmedizin ist das aber absolut nicht der Fall.»

Sauer sprach sich im Bereich von Vorsorgemaßnahmen dafür aus, mehr als bisher den Einsatz von Mundschutz durch Masken zu erörtern. Dies sei vor allem für Länder mit geringeren finanziellen Möglichkeiten eine bisher zu wenig diskutierte Möglichkeit. Der Mundschutz habe im Falle einer Epidemie unter Menschen nicht zuletzt den Vorteil, dass für jedermann unübersehbar die Notwendigkeit zu bestimmten sozialen Verhaltensweisen gegen die Ausbreitung des Virus wie Händewaschen und das Vermeiden von Husten der Öffentlichkeit deutlich werde.

Wie es weiter aus der europäischen WHO-Führung hieß, haben bisher 31 der 52 Mitgliedsländer auf dem Kontinent nationale Handlungspläne vorgelegt. Man rechne bis zum Abschluss des Treffens in Kopenhagen am Mittwoch mit weiteren. Es gebe bei allem Optimismus keinen Grund zum Zögern. (tso/dpa)

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