Welt : "Wie in einer Waschmaschine"

HOBART (AFP/rtr).Bei der schlimmsten Unwetterkatastrophe in der Geschichte der Regatta von Sydney nach Hobart sind im sturmgepeitschten Pazifik vor Australien mindestens drei Teilnehmer ums Leben gekommen.Wie die Rettungskräfte am Montag mitteilten, wurden drei weitere Segler vermißt.Dagegen konnten sechs verschollene Männer, die auf Rettungsflößen ausgeharrt hatten, vor der australischen Küste mit Hubschraubern geborgen werden.Sie stammen von der gekenterten Yacht "Winston Churchill".

Am Sonnabend waren 110 Segler gestartet.Von ihnen schieden 58 infolge des Sturms aus.Einige kenterten, andere büßten ihren Mast ein.Fünf Schiffe wurden auf hoher See ganz aufgegeben, die anderen Segler wurden aus dem Meer gerettet.

Zehn Meter hohe Wellen und Windgeschwindigkeiten von 130 Kilometern in der Stunde hatten das Meer in "eine Hölle" verwandelt, wie ein Geretteter sagte.Nach dem Desaster wurde die größte maritime Rettungsaktion in der Geschichte Australiens ausgelöst.Mehr als 30 Schiffe und Hubschrauber mit Nachtsichtgeräten waren im Einsatz und suchten die Vermißten.Zunächst wurde ein Floß mit vier Überlebenden entdeckt, kurz vor Einbruch der Dunkelheit dann ein weiteres mit zwei Überlebenden.Drei weitere Männer auf diesem Floß seien jedoch von den Wellen fortgespült worden, berichtete die Rettungsleitstelle.Unter den Geretteten befand sich auch der Skipper der gekenterten "Winston Churchill", Richard Winning, hieß es in Familienkreisen.Die Besatzung hatte demnach beide Flöße zusammengebunden, sie seien aber auseinandergerissen worden.

Ein Geretteter: "Es war schrecklich.Stundenlang war es nur ein Kampf ums Überleben".Der gerettete Skipper der ebenfalls gesunkenen Yacht "High Flyer" beschrieb die Bedingungen in der Bass-Straße zwischen Australien und Tasmanien "wie im Innern einer Waschmaschine." Es seien die schlechtesten Wetterbedingungen gewesen, die er in seiner Seglerlaufbahn je erlebt habe, sagte der 35jährige Peter Wright.Die Schiffe mußten 36 Stunden lang gegen bis zu zehn Meter hohe Wellen ankämpfen.Einige der geretteten Regatta-Teilnehmer betonten, sie wollten den Ozean nie wieder sehen.Dagegen sagte Stan Zemanek, Besatzungsmitglied auf der "Titan Ford Foxtel", die noch im Rennen ist, gerade derartige Bedingungen machten das Segeln aus

"Du gehst da raus und kämpfst gegen die Elemente und gegen deine Konkurrenten."

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