Welt : Wieder aufgetaucht

Das Wasser hat viele Orte verwüstet. Ein Jahr später ist fast alles wieder an seinem Platz, fast so, als sei nichts geschehen

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Die Elbe und ihre Nebenflüsse haben vor einem Jahr Städte und Dörfer, Acker und Wald, Straßen und Autobahnen überschwemmt. Es war die größte Flut seit Menschengedenken in dieser Region. Sie zerstörte den Besitz tausender Menschen und verwandelte das Gebiet in eine riesige Seenlandschaft. Wie groß die Zerstörungen gewesen sind, wie groß das Ausmaß der Flut gewesen ist, zeigen die Fotos auf dieser Seite. Die Luftaufnahmen von damals sind Aufnahmen gegenübergestellt, die aus der gleichen Perspektive in den ersten Augusttagen dieses Jahres gemacht wurden.

Ein Jahr danach: Wo Straßen von reißenden Flüssen unterbrochen waren, fahren heute wieder Autos, wo Bewohner ihr Haus nur mit dem Ruderboot erreichen konnten, erstrahlt ein Platz in altem Glanz, wo einst nur Baumwipfel aus dem Wasser ragten, werden wieder Felder bestellt. Der Wiederaufbau und die Reinigungsarbeiten sind an den meisten Orten abgeschlossen. Kaum etwas legt noch Zeugnis ab von der Jahrhundertflut – nur die Fotos von damals und die Erinnerung an die Bilder, die damals um die Welt gingen und zu einer beispiellosen Solidarität führten.

Dort, wo die Landschaften im Wasser verschwanden, herrscht ein Jahr später Dürre. Ist es ein Gesetz der Natur, dass sie einen solchen verheerenden Ausgleich schafft? Die Experten wissen nur eines: Die erwiesene Klimaerwärmung erzeugt immer öfter Wetterextreme. Mal sind es Sturm und Regenfälle, mal tropische Hitze. Es ist deshalb zu befürchten, dass wir Bilder solcher Naturkatastrophen auch in Zukunft wieder sehen werden. os

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