• Wikileaks-Gründer in schlechtem Zustand: Assange leidet unter Lungenkrankheit

Wikileaks-Gründer in schlechtem Zustand : Assange leidet unter Lungenkrankheit

Wikileaks-Gründer Julian Assange ist offenbar chronisch lungenkrank - seit Monaten harrt er in der ecuadorianischen Botschaft in London aus. Seine Krankheit könnte es ihm ermöglichen, aus Großbritannien auszureisen. Noch fürchtet er eine Auslieferung in die USA.

Julian Assange fürchtet eine Auslieferung in die USA.
Julian Assange fürchtet eine Auslieferung in die USA.Foto: dapd

Wikileaks-Gründer Julian Assange leidet nach Angaben der ecuadorianischen Botschafterin in London an einer chronischen Lungenkrankheit. „Diese könnte sich jeden Augenblick verschlimmern“, sagte die Diplomatin Ana Albán nach Medienberichten vom Donnerstag in Quito. Die gesundheitlichen Leiden des 41-Jährigen hingen damit zusammen, dass er seit Monaten in der Botschaft Ecuadors in London ausharre und dort wenig frische Luft und Sonnenlicht bekomme.
Der Raum, in dem er sich aufhalte, sei nur 50 Quadratmeter groß, sagte Albán der staatlichen Zeitung „El Ciudadano“. Assange werde regelmäßig von Ärzten untersucht, die Kosten trage Ecuador. Zuletzt hatte der Wikileaks-Gründer am Dienstag in einer Live-Schaltung an der Internet-Konferenz „Convention Camp“ in Hannover teilgenommen.
Albán befindet sich zu einem Botschaftertreffen in ihrer Heimat.
Assange hatte sich im Juni in die ecuadorianische Botschaft geflüchtet, um einer Auslieferung nach Schweden zu entgehen, wo er wegen mutmaßlicher Sexualdelikte befragt werden soll. Damit verließ er britisches Staatsgebiet und verstieß gegen die Auflagen, die ihn vor einer Auslieferungshaft bewahrt hatten. Ecuador gewährte ihm politisches Asyl.
Assange befürchtet, von Schweden an die USA ausgeliefert zu werden. Er vermutet dahinter ein Komplott, nachdem Wikileaks unzählige vertrauliche diplomatische Depeschen aus den USA öffentlich ins Internet gestellt hatte.

Ecuadors Außenminister Ricardo Patiño forderte erneut für Assange freies Geleit, damit dieser das Botschaftsgebäude unbehelligt verlassen könne. „Mit Blick auf seine Gesundheit, sein Leben und seine Menschenrechte ist dies absolut notwendig“, sagte Patiño. Er warte weiterhin auf einen Termin für ein Treffen mit seinem britischen Amtskollegen William Hague, um über den Antrag auf freies Geleit zu sprechen.

(dpa)

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