Willem-Alexander und Máxima : Der neue König und die neue Königin

Thronfolger Willem-Alexander hat sein altes Image abgelegt – auch seine Frau Máxima ist äußerst populär geworden bei den Niederländern.

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Glückliche Familie. Maxima, Willem-Alexander und die Töchter Catharina-Amalia, Alexia und Ariane. Foto: dpa
Glückliche Familie. Maxima, Willem-Alexander und die Töchter Catharina-Amalia, Alexia und Ariane.Foto: dpa

Kronprinz Willem-Alexander, der Prinz von Oranien, ist bereit, zusammen mit seiner Frau Prinzessin Máxima am 30. April den niederländischen Thron zu besteigen. Zuvor darf er noch am 27. April seinen 46. Geburtstag feiern, dann ist er immerhin drei Jahre älter als seine populäre Mutter, als sie 1980 den Thron bestieg. Beatrix hat Maßstäbe gesetzt, aber Willem-Alexander hat viel gelernt und die Niederländer sind zuversichtlich, dass er seine Aufgabe meistern wird. Zumal das Land mit Máxima an seiner Seite eine äußerst populäre Königin bekommen wird, die mit ihrem Charme und ihrer Offenheit und ihren perfekten niederländischen Sprachkenntnissen schon früh die Herzen des Volkes erobert hat. Das mit der Sprache hatte ihr Prinz Claus nahegelegt. Máxima hat schnell aufgrund ihrer beruflichen Erfahrungen ihre Themen in der niederländischen Gesellschaft gesetzt. Ihr geht es vor allem um den richtigen Umgang Jugendlicher mit Finanzen, desgleichen um Mikrokredite für junge Unternehmer und Entwicklungszusammenarbeit.

In jungen Jahren haftete dem Kronprinzen lange das Image des Partygängers, des „Prins Pilsje“ an, aber das ist längst passé. Er hat eine Privatschule in Wales besucht und in Leiden Geschichte studiert. Dann erfolgten Ausbildungen bei der Marine, der Luftwaffe und dem Heer. 1998 wurde der sportbegeisterte Kronprinz Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees. Seit 1997 engagiert er sich national und international für Umweltschutz und besonders für Wasserwirtschaft. Das verknüpft er auch schon gerne einmal mit seinem geliebten Sport. 2010 lief er bei einer Wohltätigkeitsveranstaltung sechs Kilometer – „so weit müssen Frauen in Afrika für Wasser laufen“, sagte der Prinz etwas außer Atem in die Fernsehkameras.

Neben dem Sport gilt sein Interesse der Fliegerei, anscheinend das Erbe von Großvater Prinz Bernhard. Willem-Alexander kann sogar Passagierflugzeuge fliegen. Als künftiger König besucht der Prinz von Oranien regelmäßig die niederländischen Truppen, davon allein vier Mal vor dem Abzug der Niederländer in Afghanistan.

Das tragische Schicksal seines jüngeren Bruders Johan Friso, der seit einem Skiunfall 2012 im Koma liegt, hat nach Ansicht einiger Experten wohl auch dazu beigetragen, dass Willem-Alexander sich nun auf die Thronfolge nachhaltig vorbereitet hat.

Zusammen mit seiner Frau hat er in den vergangenen Jahren Königin Beatrix auf Auslandsreisen begleitet, ihr damit nicht nur Unterstützung geboten, sondern auch das Handwerk des Königs auf Staatsbesuchen gelernt. Das ist zu einer richtigen Charmeoffensive geraten, bei der jeder seine Rolle kennt. Máxima hat es bei ihrem jüngsten Besuch 2011in Berlin demonstriert.R.B.

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