William und Harry : Überraschendes im TV-Interview

Die beiden britischen Prinzen haben in einem TV-Interview die kommerzielle Ausschlachtung des Todes ihrer Mutter beklagt. Auch sagte William, dass er an einem Auslandseinsatz teilnehmen wollte.

London
Prinz William Foto: AFP
Prinz William wollte wie sein Bruder für das Vaterland kämpfen. -Foto: AFP

Nicht nur Prinz Harry (22), sondern auch sein zwei Jahre älterer Bruder William wollte als Offizier zu einem Kampfeinsatz ins Ausland geschickt werden. Das erklärte William in einem Interview mit dem US-Sender NBC, das in der Nacht zum Dienstag ausgestrahlt wurde. "Was würde es denn für einen Sinn machen, dass ich all die (militärische) Ausbildung mitmache und für meine Jungs da sein soll, wenn ich dann sagen könnte 'Oh, ich bin viel zu bedeutend, ich geh da nicht mit'?", sagte der Prinz.

Allerdings wies NBC bei der Sendung darauf hin, dass sich die Aussage der Nummer zwei in der britischen Thronfolge mittlerweile überholt haben könnte: Das Gespräch mit den beiden Prinzen war bereits im April aufgezeichnet worden. Im Mai hatte die britische Armeeführung einen Irak-Einsatz von Prinz Harry untersagt, weil er als dritter in der britischer Thronfolge als direktes Angriffsziel für Terroristen zu stark gefährdet sei. Damit hatte sich erst recht jeder Gedanke an einen Kriegseinsatz für William erledigt, der in der Thronfolge über Harry steht.

Interesse an Diana werde "unnötig" wachgehalten

Anders als für Prinz Harry, der ursprünglich eine langfristige Offizierskarriere anstrebte, ist das Militär für William ohnehin nur eine Übergangsstation. In den nächsten Jahren soll er sich stärker den künftigen Pflichten als König widmen. Direkter Thronfolger ist Prinz Charles, der Vater von William und Harry und älteste Sohn von Königin Elizabeth II..

In dem Interview beklagten William und Harry übereinstimmend die kommerzielle Ausschlachtung der Erinnerung an ihre Mutter im Vorfeld des zehnten Todestages von Prinzessin Diana am 31. August. Derart viele Leute versuchten, damit Geld zu machen, dass praktisch ein ganzer Diana-Industriezweig entstanden sei, kritisierten sie. Das anhaltende Interesse an Prinzessin Diana wird nach Ansicht ihrer Söhne von den Medien auch aus finanziellem Eigennutz wachgehalten. Die Spekulationen über den Tod ihrer Mutter vor zehn Jahren ernährten ein Menge Leute, versicherten die beiden. William kritisch hinzu, das Interesse werde von vielen Leuten "unnötig" wachgehalten: "Ich fürchte, es wird immer Leute geben, die Geld verdienen möchten".

"Fühlten uns nicht wohl, vor tausenden Leuten zu weinen"

 Ihrerseits verletzt zeigten sich die beiden Prinzen über Kritik, sie hätten nach dem Tod zu wenig Trauer gezeigt. "Das war hart",
sagte Harry. "Aber das ist nun mal unser öffentliches Gesicht. Wenn wir uns nicht wohl damit fühlen, uns vor tausenden Leuten die Augen auszuweinen, dann ist das unsere Sache". Sie hätten sich damals gegenseitig getröstet: "Wir waren froh, dass wir uns hatten. Die Leute können denken, was sie wollen - wir haben uns, um über alles zu sprechen."

Das Interview wurde NBC gewährt, weil der Sender ein Diana-Gedächtniskonzert mit dutzenden Popstars unterstützt, das die Prinzen organisieren. Es geht am 1. Juli - Diana wäre an diesem Tag 46 geworden - im Londoner Wembley-Stadion über die Bühne. (mit AFP/dpa)

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