Welt : "Willo" fordert Saurier-Forscher heraus

Das Skelett läßt vermuten, dass Urzeitechsen Warmblüter waren

Forscher in den USA haben das völlig erhaltene Skelett eines Dinosauriers entdeckt, das die bisherige Kenntnis über die seit 60 Millionen Jahren ausgestorbenen Urzeitechsen revolutionieren könnte. Wenn es nämlich zutrifft, was Dale Russel und die anderen Wissenschaftler glauben, dass das Tier ein Herz mit vier Kammern besaß, würde das die bereits von einigen Forschern aufgestellte These untermauern, dass die Saurier Warmblüter waren und keine Kaltblüter wie die heute noch lebenden Reptilien. Ihre Ergebnisse legten die Wissenschaftler in einer Studie vor, die am Karfreitag in der neuesten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins "Science" erschienen ist.

Das 66 Millionen Jahre alte Tier von der Größe eines kleinen Pferdes oder großen Ponys gehört zur Gruppe der Tescellosaurier und wurde im US-Staat South Dakota entdeckt. Da die Wissenschaftler die exakte Spezies noch nicht bestimmt haben, haben sie das kurzbeinige, pflanzenfressende Tier einfach "Willo" genannt, zu Ehren der Frau des Farmers, auf dessen Grund und Boden das Fossil gefunden wurde.

Die Forscher haben das Fossil einer Computertomographie (CT) unterzogen und dabei im Brustkorb einen versteinerten Klumpen entdeckt, von dem sie mit einiger Sicherheit annehmen, dass es sich um das Herz handelt. Sollte dies von anderen Untersuchungen bestätigt werden, wäre dies der erste Fund eines Dinosaurierherzens, der den Wissenschaftlern erlaubt, das Herzsystem einer solchen urzeitlichen Echse zu studieren. Ergebnisse einer Tomographie deuten darauf hin, dass es sich um ein Herz mit vier Kammern handelt. Vier Herzkammern sind aber typisch für Warmblüter, während kaltblütige Reptilien einfacher strukturierte Herzen haben.

Michael Hammer, Koautor der Studie, fand das langschwänzige Reptil in Harding County in South Dakota im Jahre 1993. Es hatte eine Länge von etwa vier Metern und ein Gewicht von rund 330 Kilo. Das Fossil wurde geborgen, ohne die dunkle Masse im Brustkorb zu beschädigen, von der Hammer glaubt, dass es sich um das Herz des Tieres handelt. Andrew Kuzmitz, Arzt und Hobbypaläontologe, unterzog das Gebilde einer Tomographie und zog zu deren Auswertung mehrere Kardiologen und Veterinärmediziner zu Rate. Paul Fisher, der Direktor einer Veterinärschule und Autor der Studie stellte die CT-Daten am Computer dreidimensional dar. Dabei wurde klar, dass das Gebilde vier Herzkammern haben müsse.

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