Winter-Ticker : Die neuesten Meldungen zu "Daisy" im Überblick

Das bundesweite Chaos blieb aus, doch vor allem Norddeutschland hat immer noch schwer mit den Auswirkungen von Tief "Daisy" zu kämpfen. Wir halten Sie mit den neuesten Nachrichten auf dem Laufenden.

Traktor
In Mecklenburg-Vorpommern findet man einige Straßen unter den Schneemengen kaum wieder. -Foto: dpa

10:03 Uhr:

Am größten deutschen Flughafen in Frankfurt müssen sich die Passagiere am Montag wetterbedingt noch auf Verspätungen und vereinzelte Flugausfälle einstellen. Zwar habe sich der Flugbetrieb nach über 300 Flugstreichungen am Wochenende weitgehend normalisiert, sagte ein Sprecher der Betreibergesellschaft Fraport. Wegen des Winterwetters in weiten Teilen Europas hätten die Fluggesellschaften bis zum frühen Vormittag jedoch 15 Flüge gestrichen. „Wir rechnen hier aber nicht mit wesentlich höheren Zahlen“, sagte der Sprecher. Alle drei Rollbahnen seien in Betrieb.

8:05 Uhr:
Die Lage auf den Straßen im ganzen Bundesgebiet mit Ausnahme des äußersten Westens sei angespannt, sagte eine ADAC-Sprecherin am Montagmorgen im ZDF-„Morgenmagazin“. Auf den Autobahnen habe es für die Uhrzeit ungewöhnlich viele Unfälle gegeben. Starke Schneefälle und meterhohe Schneeverwehungen behinderten am Morgen in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein weiter das öffentliche Leben. Der Unterricht an Mecklenburg-Vorpommerns Schulen fällt aufgrund der schwierigen Verkehrsverhältnisse aus. Wie die Deutsche Bahn mitteilte, muss in Mecklenburg-Vorpommern weiter mit Streckensperrungen und Verzögerungen gerechnet werden. Teile der Küstenautobahn 20 sind laut ADAC weiterhin nicht befahrbar.

7:35 Uhr: Nach dem Wintersturm „Daisy“ waren am Montag auf der Ostsee-Insel Fehmarn noch immer einige Orte von der Außenwelt abgeschnitten. Zu drei oder vier Dörfern sei bisher noch keine Zufahrtsstraße geräumt worden, sagte ein Sprecher des zuständigen Bauhofs am Morgen. (dpa)

4:15 Uhr: Nach dem Sturmtief „Daisy“ hat sich die Lage auf Deutschlands Straßen und Flughäfen etwas entspannt. Im Landkreis Ostvorpommern wurde in der Nacht der Katastrophenalarm aufgehoben. Es falle zwar noch immer Schnee, aber die Situation auf den Straßen habe sich beruhigt, sagte ein Sprecher im Schweriner Innenministerium. Die Autobahn 20 war am Montagmorgen zwischen Anklam und Stralsund weiter voll gesperrt. .

22:53 Uhr:
In Deutschland hat Tief "Daisy" offenbar die Menschen auf der Ostsee-Insel Fehmarn am schlimmsten getroffen, wo der Sturm über das flache Land wütete und sämtliche Dörfer vom Schnee einschloss. Am Abend waren immer noch rund 20 der 42 Ortschaften isoliert. (dpa)

21:08 Uhr: Die Gefahr von Deichdurchbrüchen an der Ostseeküste als Folge der Sturmflut des Tiefs "Daisy" ist nach Angaben der Behörden vorerst gebannt. Auf der Insel Fehmarn gelang es den Einsatzkräften am Sonntagabend, eine kritische Stelle mit großen und kleinen Sandsäcken zu verstärken. "Wir gehen davon aus, dass das hält", sagte der Feuerwehr-Einsatzleiter im NDR. Auch ein Deichabschnitt bei Lübeck, in dem Risse aufgetreten waren, konnte nach Angaben der Einsatzleitstelle Eutin mit Steinen stabilisiert werden.

Auf Fehmarn waren am Abend aber immer noch viele Ortschaften von der Außenwelt abgeschnitten. Das Schlimmste sei noch nicht überstanden, sagte Bürgermeister Otto-Uwe Schmiedt. Die Ostsee-Autobahn A20 blieb weiterhin in mehreren Bereichen wegen Schneeverwehungen gesperrt.

Der Deutsche Wetterdienst sagte für die Nacht weitere Schneefälle und Schneeverwehungen infolge des Sturms voraus. Allerdings soll der Wind etwas nachlassen und auch in den Böen nicht mehr die Spitzengeschwindigkeiten erreichen, die in der Nacht zum Sonntag und im Laufe des Tages gemessen wurden. Mit einer allmählichen Entspannung sei erst am Montag zu rechnen. (rtr)

20:53 Uhr: Die Deichbruchgefahr in Dahmeshöved in Schleswig-Holstein ist gebannt. Durch den Einsatz zahlreicher Helfer habe der Deich so weit gesichert werden können, dass keine akute Gefahr mehr bestehe, teilte das Lagezentrum der Polizei am Sonntagabend in Kiel mit. Auch an der Südküste der Ostseeinsel Fehmarn konnte ein bedrohter Deich bis zum Abend gehalten werden. Insgesamt habe sich die Lage in den vom Sturmtief "Daisy" betroffenen Teilen Schleswig-Holsteins leicht entspannt, sagte ein Polizeisprecher. Der Wind lässt nach, die Pegelstände sinken. (dpa)

19:12 Uhr: Im Süden Polens müssen mehr als 80.000 Menschen nach heftigen Schneefällen seit Samstag ohne Strom auskommen, weil Strommaste unter der Schneelast nachgaben. Im niederländischen Bollenstreek, der Blumenzuchtregion zwischen Haarlem und Leiden, brach wegen eines defekten Hochspannungsmastes ebenfalls die Stromversorgung zusammen. Rund 100.000 Haushalte saßen stundenlang im Dunkeln.

Im Osten Tschechiens riefen die Bezirke Hradec Kralove, Nachod und Rychnov nad Kneznou am Samstag den Verkehrsnotstand aus. Der Rundfunk meldete vier wetterbedingte Todesfälle. Ein ungewohntes winterliches Bild überraschte die Bewohner der italienischen Hafenstadt Neapel: Ihr berühmter Hausberg, der 1281 Meter hohe Vesuv, präsentierte sich am Sonntagmorgen schneebedeckt. (dpa)

17:45 Uhr: Bei Lübeck haben meterhohe Schneewehen den Ort Priwall von der Außenwelt abgeschnitten. Die Priwallfähre stellte ihren Betrieb wegen Hochwassers und Sturm ein. In der Lübecker Altstadt trat die Trave über die Ufer. Wegen orkanartiger Böen hatte die Reederei Scandlines schon am Samstag ihre Fähren von und nach Schweden und Dänemark ab Rostock und Sassnitz gestoppt. Reisende mussten lange Wartezeiten hinnehmen. "Wir können weder die Passagiere noch die Schiffe gefährden", sagte ein Sprecher zur Begründung.

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Offenbach soll Tief "Daisy" an diesem Montag in Richtung Mittelmeer abziehen. Dann folge eine neue Kältewelle und lasse die Schneedecke festfrieren. (dpa)

16:56 Uhr: An den Schulen in vier Landkreisen Schleswig-Holsteins fällt am Montag wetterbedingt der Unterricht aus. An allen staatlichen Schulen in den Landkreisen Ostholstein, Plön, Segeberg und Rendsburg-Eckernförde haben die Kinder frei, wie Regierungssprecher Knut Peters am Sonntag sagte. Die vier Kreise sind am stärksten vom Schneechaos betroffen, das Sturmtief "Daisy" am Wochenende gebracht hatte. (dpa)

16:49 Uhr: Der Schneefall am Frankfurter Flughafen hat am Wochenende viele zehntausend Passagiere auf eine harte Geduldsprobe gestellt. Bis zum Sonntagnachmittag fielen rund 320 Flüge aus, wie der Flughafenbetreiber Fraport mitteilte. Allein von den Streichungen seien etwa 60.000 Fluggäste betroffen gewesen. Hinzu kamen Verspätungen etlicher Maschinen. Tausende Fluggäste verbrachten die Nacht im Hotel, andere campierten auf Feldbetten im Flughafen.

Allein am Samstag sind laut Fraport 227 Verbindungen gestrichen worden. Es waren etwa gleich viele Starts und Landungen betroffen. Außerdem mussten Reisende nach Angaben des Sprechers bei vielen Flügen Verspätungen von durchschnittlich etwa einer halben Stunde in Kauf nehmen. Trotz des Schnees waren zumindest bis zum Sonntagnachmittag alle drei Bahnen des größten deutschen Luftdrehkreuzes offen. Das Freihalten der Pisten und das Enteisen der Maschinen sorgte aber weiter für erhebliche Verzögerungen. (dpa)

16:30 Uhr: Der Unterricht an Mecklenburg-Vorpommerns Schulen fällt am Montag aufgrund des Winterwetters und der damit verbundenen schwierigen Verkehrsverhältnisse aus. Nach einer Entscheidung des Bildungsministeriums finde in allen Landkreisen und kreisfreien Städten des Landes kein Schulbetrieb statt, teilte der im Innenministerium gebildete interministerielle Führungsstab am Sonntag mit. Davon seien sowohl die allgemeinbildenden als auch die beruflichen Schulen betroffen. Der Führungsstab war wegen der Witterungslage einberufen worden. (ddp)

15:00 Uhr: Eisiger Sturm und hohe Schneeverwehungen haben am Wochenende in Norddeutschland zu massiven Verkehrsproblemen geführt und viele kleine Orte zeitweise von der Außenwelt abgeschnitten. Wegen Tief "Daisy" waren nach Polizeiangaben in Schleswig-Holstein zahlreiche Landstraßen unpassierbar, während in Mecklenburg-Vorpommern Autofahrer auf der Autobahn 20 einschneiten und Dörfer nicht erreichbar waren. Auch der Bahnverkehr war teils lahmgelegt.

Besonders ernst war die Lage am Sonntag im Osten Schleswig-Holsteins. Bei teils meterhohen Verwehungen seien auf der Ostseeinsel Fehmarn alle Gemeinden "mehr oder weniger sich selbst überlassen", teilte die Polizei in Lübeck mit. Gleiches gelte für viele Dörfer im östlichen Schleswig-Holstein. Ein Sprecher bezeichnete die Situation am Nachmittag weiter als "angespannt". Nach Angaben der schleswig-holsteinischen Landespolizei in Kiel waren etliche Landstraßen nicht befahrbar, Autobahnen und überregionale Verbindungen aber frei.

Im benachbarten Mecklenburg-Vorpommern blieben in der Nacht auf der Autobahn A20 zwischen Jarmen und Gützkow mehr als 100 Autofahrer in Schneewehen stecken und mussten von Helfern des Technischen Hilfswerks (THW) geborgen werden. Sie hätten bis zu zehn Stunden in ihren Wagen ausharren müssen, teilte die Polizei in Anklam mit. Mehrere Landkreise lösten Katastrophenalarm aus. Das Schweriner Innenministerium berief einen Krisenstab ein. Schneewehen mit Höhen von bis zu zwei Metern Höhe brachten den Verkehr auf Bundes- und Landstraßen zum Erliegen.

Zusätzlich erschwert wurde die Lage an der Küste von Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern durch eine leichte Sturmflut. Nach Angaben der Lübecker Polizei trat die Ostsee in Badeorten entlang der Küste sowie in der Hansestadt selbst über die Ufer. Bei Dahmeshöved zwischen Lübeck und Fehmarn drohte ein Deich zu brechen.

Wegen der extremen Witterungsbedingungen sperrte die Bahn etliche Strecken in Norddeutschland, darunter die ICE-Verbindung Hamburg-Puttgarden-Kopenhagen sowie die IC-Linie Stralsund-Berlin. In Vorpommern mussten nach Angaben des Unternehmens mehr als 30 Reisende aus Regionalzügen geborgen werden, die sich in Schneewehen festgefahren hatten. Blockiert waren in Mecklenburg-Vorpommern am Sonntag regionale Bahnlinien im Raum Stralsund und Greifswald sowie auf den Inseln Rügen und Usedom. In Schleswig-Holstein waren Strecken zwischen Kiel, Lübeck und Flensburg sowie Puttgarden auf Fehmarn gesperrt. Auf anderen Strecken gab es Verspätungen. Der Winterdienst sei mit schwerer Technik im Einsatz, teilte eine Bahnsprecherin in Hamburg mit.

Schon am Samstag war Tief "Daisy" über die Mitte und den Süden Deutschlands hinweggezogen. Am Frankfurter Flughafen mussten am Samstag mehr als 250 Flüge gestrichen werden. Von den Störungen betroffen waren auch die Berliner Flughäfen sowie München und Hamburg. Am Sonntag meldete der Frankfurter Flughafen bis zum Nachmittag weitere 91 Annullierungen, die nach Angaben eines Sprechers aber durch Probleme auf anderen europäischen Airports verursacht wurden. Am Freitagabend war auf dem Nürnberger Flughafen eine Passagiermaschine von einer Zufahrt zur Startbahn abgekommen und im Schnee steckengeblieben.

Schnee und Eis hatten am Samstag auch in Brandenburg und Berlin und weiteren Bundesländern den Bahnverkehr erheblich gestört. Auf der Autobahn 5 in Baden-Württemberg kam es beim Autobahndreieck Neuenburg zu einem kilometerlangen Stau, nachdem die französische Polizei den dortigen Grenzübergang wegen starker Schneefälle für Lkw gesperrt hatte. (AFP)

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