Winter über Europa : Vom Schnee verweht

Das winterliche Wetter legt den Verkehr in Deutschland, Frankreich und England lahm. Der Flughafen Frankfurt wurde geschlossen, in Hessen gab es einen Massenunfall mit mehr als 100 Fahrzeugen.

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Die Räummannschaften konnten die Landebahnen nicht freiräumen, weil hinter ihnen alles wieder zugeweht wurde.
Die Räummannschaften konnten die Landebahnen nicht freiräumen, weil hinter ihnen alles wieder zugeweht wurde.Foto: dpa

Berlin - Auf Bauernregeln ist diesmal kein Verlass. „Märzenschnee und Jungfernpracht dauern kaum oft über Nacht.“ Davon kann derzeit nicht die Rede sein. Vielleicht mag ein anderer Spruch die Wintergeschädigten trösten: „Fürchte nicht den Schnee im März, darunter schlägt ein warmes Herz.“ Der Wintereinbruch hat in weiten Teilen Deutschlands, Frankreichs und in den Benelux-Ländern den Verkehr gelähmt. In Frankfurt am Main musste am späten Vormittag der Flughafen geschlossen werden. Nichts ging mehr. Obwohl Tegel wunderbar funktionierte, kamen viele Berliner nicht weg, die über Frankfurt andere Ziele ansteuern wollten. Vor allem Lufthansa-Passagiere kamen nicht weg.

Ähnliches galt für Düsseldorf. „Wenn der größte Flughafen Deutschlands schließt, dann sind alle betroffen“, sagte Flughafensprecher Lars Wagner. In der Frühe waren noch Maschinen in Frankfurt gestartet, aber dann musste der gesamte Verkehr eingestellt werden. Am Nachmittag gelang es, eine Landebahn von Schnee zu befreien. Von einem normalen Flugbetrieb war Frankfurt aber noch weit entfernt. Nur einige wenige Maschinen konnten abheben. Mehr als 400 Flüge fielen am Dienstag aus. Auch für Mittwoch wurden Annullierungen und Verspätungen angekündigt. Der Flughafen bereitete sich darauf vor, dass Passagiere am Flughafen übernachten müssten. Es wurden Feldbetten aufgestellt und wartende Passagiere mit Getränken und Snacks versorgt.

Das heftige Schneetreiben und Verwehungen führten dazu, dass die Räummannschaften keine Chance hatten, die Bahnen freizubekommen. Hinter den Räumfahrzeugen wurde alles wieder zugeweht.

Im Straßenverkehr kam es in Folge des Wintereinbruchs teilweise zu schweren Unfällen. Auf der Autobahn A 45 in Mittelhessen ereignete sich bei starkem Schneetreiben und auf schneeglatter Fahrbahn am Dienstagmittag eine Massenkarambolage. An der Unfallserie zwischen Wölfersheim und Florstadt waren mehr als 100 Fahrzeuge beteiligt, wie das Polizeipräsidium Mittelhessen in Friedberg mitteilte. Dabei wurden 30 Menschen verletzt. Die Autobahn wurde in beide Richtungen gesperrt. Bereits am frühen Dienstagmorgen wurde die Autobahn A 5 zwischen Darmstadt und Frankfurt nach Blitzeis und einem Lkw-Unfall für Stunden in Richtung Frankfurt gesperrt. Ein Lastwagen kam in der Höhe von Weiterstadt ins Schlingern und stürzte um, so dass er alle drei Fahrspuren blockierte. Der Fahrer wurde bei dem Unfall leicht verletzt. Durch die Sperrung kam es auch auf den Umleitungsstrecken zu langen Staus. Auch in Nordrhein-Westfalen kam es zu zahlreichen Unfällen und langen Staus auf den Autobahnen. Auf einer Landstraße zwischen Erkrath und Mettmann kam am frühen Dienstagmorgen nach Polizeiangaben eine 30-jährige Frau bei einem Verkehrsunfall ums Leben. mit dpa

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