Wintereinbruch in Deutschland : Schnee von morgen

Deutschland zeigt sich ganz in Weiß – für Sportler und Ausflügler ist das ein Traum. Für Autofahrer oder auch Flugreisende ist es ein Grauen. Am Wochenende fällt noch mehr Schnee.

Rotkehlchen im Schnee. Naturschützer rufen zum Vogelfüttern auf.
Rotkehlchen im Schnee. Naturschützer rufen zum Vogelfüttern auf.Foto: dpa

Es ist Zeit für dicke Mäntel, Mützen und Mokka. Der Winter rauscht mit Macht durch Deutschland und hinterlässt schneeweiße Dächer und eisglatte Straßen. „Es wird tiefwinterlich“, kündigt Andreas Friedrich, Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD), an. „Alles, was an Schnee runterkommt, bleibt bei dem Frost liegen.“ Eine Nachricht, die Wintersportler entzücken und Autofahrer in den Wahnsinn treiben wird. Deutschland steht vor einem makellosen Winterwochenende – mit allen Wundern und Tücken.

Eine Schneefront hat schon am Freitag einige Regionen Deutschlands in eine Winterlandschaft verwandelt. Auf teils spiegelglatten Straßen kam es zu zahlreichen Unfällen. In den Hochlagen Hessens fiel bis zu 15 Zentimeter Neuschnee. Eine kräftige Ladung Schnee gab es auch im Nordrhein-Westfalen. Dort zählte die Landesleitstelle der Polizei fast 730 wetterbedingte Verkehrsunfälle.

Im Saarland und in Rheinland-Pfalz hatte es am Freitag bereits zur Mittagszeit zahlreiche Unfälle gegen. Die Autobahn 1 versank bei Saarbrücken im Schnee und musste komplett gesperrt werden. In Nordrhein-Westfalen summierten sich die Blechschäden auf den Straßen auf 1,5 Millionen Euro. 28 Menschen wurden leicht verletzt. Schwerpunkte des Schneetreibens seien Köln und Düsseldorf gewesen. Der Bahnverkehr geriet nur kurzzeitig aus dem Takt. Schon am Donnerstag war der öffentliche Verkehr in der Hauptstadt auf glatten Straßen ins Straucheln geraten.

Neuschnee statt Frühling
Dieses flinke Eichhörnchen im Volkspark Wilmersdorf scheint sich aus dem erneuten Winterausbruch nicht viel zu machen.Weitere Bilder anzeigen
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12.03.2013 13:04Dieses flinke Eichhörnchen im Volkspark Wilmersdorf scheint sich aus dem erneuten Winterausbruch nicht viel zu machen.

Allein am Düsseldorfer Flughafen fielen am Freitag 110 von 600 Flügen aus, viele weitere verspäteten sich um bis zu eineinhalb Stunden. „Die Start- und Landebahnen müssen geräumt, die Vorfelder freigehalten und die Maschinen enteist werden“, sagte Flughafensprecher Thomas Kötter.

Die Lufthansa strich bis zum Abend bundesweit vorsichtshalber knapp 100 Flüge. Damit sollte verhindert werden, dass es zu Verspätungen oder kurzfristigen Ausfällen komme, sagte eine Lufthansa-Sprecherin. Auch am Samstag fallen vereinzelt Flüge wegen des Wetters aus.

Zum zweiten Advent wird es gerade im Norden spiegelglatt, wenn mildere Luft von der Nordsee ins Land strömt und die schneegefrorenen Straßen mit Eisregen glasiert. „Wer nicht raus muss, bleibt am Besten zu Hause“, rät Friedrich. Auf jeden Fall sollten sich Autofahrer nur mit Winterreifen vor die Tür wagen: „Wer jetzt noch nicht umgerüstet hat, für den ist es fünf nach zwölf.“ Während es am Samstag in den Alpen schneit und der Osten des Landes kleine Schneeschauer abbekommt, bleibt es im Rest Deutschlands trocken, sagt Fabian Ruhnau, Meteorologe bei Meteomedia. „Es sind zwar Wolken unterwegs, aber zwischendurch gibt es viel Sonne.“ Wenn die Menschen in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen oder Schleswig-Holstein am Sonntag aufwachen, können sie zwar schon neuen Schnee sehen, sagt Ruhnau. Der verwandelt sich im Nordwesten über den Tag aber in Regen.

Für Skifahrer vom Schwarzwald bis zum Alpenrand ist dagegen am Adventssonntag ein wunderschöner Wintertag drin – „mit Dauerfrost, Neuschnee und auch Sonnenschein“, sagt DWD-Sprecher Friedrich. Vielerorts drehen sich die Skilifte schon, Loipen sind gespurt und gewalzt. Auf Hessens höchstem Berg, der Wasserkuppe, jagten schon am Freitag auf mehr als 30 Zentimeter Neuschnee Ski- und Snowboardfahrer die Pisten herunter. Sachsens Skigebiete erwarten am Wochenende den großen Ansturm. Auf den Pisten dort liegt ein halber Meter Schnee.

Kälteempfindliche Menschen müssen jetzt die Pudelmütze über den Kopf stülpen und die gefütterten Schuhe aus dem Schrank holen. „Es wird vor allem nachts bitterkalt“, sagt Friedrich. Am Samstag gehen die Temperaturen in den Keller – in der Nacht zum Sonntag liegen sie verbreitet unter minus zehn Grad. Die Menschen im Bayerischen Wald müssen ihre Heizung hoch drehen. Dort können es minus 20 Grad werden.

Wer im Vorweihnachtsstress am Wochenende noch keine Zeit hat, den Schlitten rauszuholen, den tröstet Friedrich: „Es sieht so aus, dass es nächste Woche winterlich bleibt.“ (dpa)

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