Wintereinbruch : Schnee überrascht deutsche Autofahrer

Wann wird's mal wieder richtig Frühling? Starker Schneefall und Eisglätte haben in Teilen Deutschlands den Berufsverkehr behindert und mehrere Busunfälle verursacht. Auch in Frankreich schlug der Winter noch einmal zu.

Busunfall
Bei einem Busunfall in Bayern wurden neun Menschen leicht verletzt. -Foto: ddp

HamburgIn Bayern sind bei Unglücken mit Bussen auf schneeglatter Fahrbahn 20 Menschen leicht verletzt worden. Am Montagmorgen rutschte ein Omnibus in Buchenberg während eines Schneesturms eine etwa drei Meter tiefe Böschung hinab und kippte auf die Seite. Acht der neun Fahrgäste sowie die 42 Jahre alte Fahrerin wurden leicht verletzt. An dem Bus entstand ein Sachschaden von etwa 100.000 Euro. Wenige Minuten später rutschte ein weiterer Linienbus bei Buchenberg von der Straße. Dabei wurden drei Menschen leicht verletzt.

In Niederbayern verletzten sich bei einem Schulbusunfall auf schneeglatter Straße sieben Kinder und die Busfahrerin leicht. Nahe Untergriesbach bei Passau war der Bus bei Schneematsch von der Fahrbahn abgekommen und in den Graben gerutscht. Der Schulbus überschlug sich und kam wieder auf den Rädern zum Stehen. Die Kindergartenkinder und Schüler im Alter von vier bis 15 Jahren erlitten Schnittverletzungen.

Chaos am Autobahnkreuz Koblenz

Auch im nördlichen Rheinland-Pfalz war der Verkehr nach Schneefällen und Eisglätte teilweise lahmgelegt. Besonders betroffen war das Autobahnkreuz Koblenz. Lastwagen stellten sich quer, so dass es kaum ein Fortkommen gab. Im Berufsverkehr bildeten sich kilometerlange Staus in alle Richtungen. Einige Straßen wurden gesperrt, weil Bäume unter der schweren Schneelast umzustürzen drohten.

Auf der A 8 zwischen Zweibrücken und Pirmasens verlor ein Mann die Kontrolle über einen Kleintransporter. Das Fahrzeug geriet ins Schleudern und überschlug sich. Der Mann blieb entgegen ersten Angaben aber unverletzt.

Prozess um Telekom-Börsengang verzögert sich - Richter verspätet

In Hessen verursachten Schneefälle ebenfalls Probleme auf den Straßen: Auf der Autobahn Gießen-Frankfurt (A 5) kam der Verkehr zeitweise komplett zum Erliegen. "Das waren chaotische Verhältnisse", sagte ein Polizeisprecher. Bei Hattenbach war es in der Nacht zum Montag auf der A 5 zu einem Serienunfall gekommen. Dabei erlitt ein Polizist einen Schock. Auf den Autobahnen in Südhessen staute sich der Verkehr bis zu 20 Kilometer. Der Beginn des mit Spannung erwarteten Prozesses um den Telekom-Börsengang verzögerte sich, weil der Vorsitzende Richter wegen des Wintereinbruchs nicht pünktlich war.

Auch in Nordrhein-Westfalen behinderten Schnee und Eis auf den Straßen im Siegerland den Verkehr. An Steigungen blieben Lastwagen hängen. Wegen querstehender Lastwagen kamen auch die Streudienste ins Stocken. Einige Autofahrer mussten stundenlang in ihren Fahrzeugen ausharren. Unfälle und Behinderungen gab es auch im Saarland.

Dicke Schneedecke überzieht Nordfrankreich

Ergiebige Schneefällen führten in Nordfrankreich zu Stromausfällen und Verkehrsbehinderungen. Von der Normandie bis zur Champagne überzog eine bis zu 30 Zentimeter dicke Schneedecke das Land, teilte Météo France mit. Die Autobahnen A16 bei Boulogne-sur-Mer und A28 bei Rouen wurden zeitweise in beiden Richtungen gesperrt. Auf anderen Fernstraßen wie der A1 von Paris nach Lille war der Verkehr nach Unfällen stark behindert. In einigen Regionen rissen unter der Last des Schnees Stromleitungen.

In weiten Teilen Österreichs schneite es am Sonntagabend und in der Nacht zum Montag. Dramatisch sei die Lage jedoch nicht, sagte ein Sprecher des österreichischen Verkehrsclub ÖAMTC. (smz/dpa)

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