Wintereinbruch : Schnee verursacht Chaos auf deutschen Flughäfen

Am Flughafen Frankfurt mussten viele Flüge aufgrund des starken Schneefalls gestrichen oder umgeleitet werden. Der Düsseldorfer Flughafen wurde komplett geschlossen.

Heftiger Schneefall löste auf dem Frankfurter und dem Düsseldorfer Flughafen Chaos aus. Bis zum Nachmittag seien auf Deutschlands größtem Flughafen 50 Flüge gestrichen und 15 nach Stuttgart oder München, teilweise als Folgen der Flugplanänderungen der Vortage, umgeleitet worden, sagte eine Sprecherin. Gleichzeitig landeten aber auch nach Frankfurt umgeleitete Flieger.

Seit Freitag schon störe das Wetter den Flugverkehr. Am Flughafen wurde bis in die Abendstunden mit Schnee gerechnet. "Unser Winterdienst ist ohne Pause im Einsatz", sagte die Sprecherin. 

Der Düsseldorfer Flughafen musste wegen dichten Schneetreibens vorübergehend geschlossen werden. Ein Sprecher sagte, dass seit 9.15 Uhr keine Maschinen mehr starteten und landeten. Wann der Verkehr am drittgrößten deutschen Flughafen wieder aufgenommen wird, war zunächst unklar. Auch hier seien manche Flüge umgeleitet worden, andere wurden ganz gestrichen, sagte der Sprecher.

In vielen Regionen Deutschlands war die vergangene Nacht die kälteste des Jahres. Kurz vor dem kalendarischen Winterbeginn am Montag, sackte das Thermometer tief in den Minusbereich ab. Schneefall und Glätte behinderten den Straßen- und Schienenverkehr. Mindestens sechs Menschen kamen ums Leben. Bei Hunderten Unfällen gab es viele Verletzte.

Nach Angaben des Wetterdienstes Meteomedia war es in der Nacht zum Sonntag am kältesten im baden-württembergischen Albstadt-Degerfeld mit bis zu minus 30,3 Grad. Die höchste Temperatur verzeichnete Hörnum auf Sylt mit minus 2,2 Grad. In der Nacht zum Samstag war es an dem als "Eisloch" bekannten Alpengewässer Funtensee sogar minus 33,6 Grad kalt geworden.

In Rheinland-Pfalz wurde am frühen Morgen die tiefste Temperatur verzeichnet, die jemals dort gemessen wurde: In Dill im Hunsrück zeigten die Thermometer minus 26,1 Grad an. In Freiburg im Breisgau war es ebenfalls kälter als je zuvor: minus 22 Grad. Am vierten Advent tagsüber wurden auf Deutschlands höchstem Berg, der fast 3000 Meter hohen Zugspitze, minus 20,9 Grad gemessen – in München dagegen vergleichsweise milde 6,3 Grad minus.

Trotz allem werden weite Teile Deutschlands laut Wettervorhersage keine weiße Weihnacht erleben. Das Tief "Vincent" sorgt in den kommenden Tagen für höhere Temperaturen, Regen und überfrierende Nässe, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach berichtete. Bis Heiligabend dürfte sich der Schnee fast überall in Matsch verwandelt haben.

Wie jedes Jahr seien viele Autofahrer auf den plötzlichen Wintereinbruch nicht vorbereitet gewesen, sagte ein Polizeisprecher in Freiburg. Allein im größten Bundesland Nordrhein-Westfalen zählte die Polizei von Freitagabend bis Sonntag mehr als 1100 Unfälle mit etwa 100 Verletzten. In Brandenburg gab es an den drei Tagen fast mehr als 140 Glätteunfälle mit 20 Verletzten. Die Reisewelle in Richtung Süden hatte am Freitag und Samstag oft gestockt, nachdem in zehn Bundesländern die Weihnachtsferien begonnen hatten.

Skifahrer und Rodler können sich seit dem Wochenende auch in den Mittelgebirgen über gute Wintersportbedingungen freuen. Bei starken Schneefällen gingen zum Beispiel im Schwarzwald und auf der Schwäbischen Alb zahlreiche Skilifte in Betrieb.

Auch Liebhaber süßen Eisweins können sich freuen: Winzer von der hessischen Bergstraße verkündeten, sie hätten die für ihre Region "besten je geernteten Riesling-Eiswein" gelesen - mit bis zu 271 Grad Oechsle im Heppenheimer Eckweg. Auch in Baden-Württemberg nutzten Winzer die klirrende Kälte erfolgreich zur Eisweinlese.

Quelle: ZEIT ONLINE, dpa

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