Winterwetter : Meteorologen warnen vor Glatteis auch in Berlin

Deutschlandweit kann es zu Glatteis kommen, warnen die Wetterforscher, auch in Berlin. Am späten Sonntagabend war die Verkehrlage noch ruhig. Der Winter kostete am Wochenende mehreren Menschen das Leben.

Winterwetter wechselt sich immer wieder mit Tauwetter ab. Doch Der Winter steht aber schon wieder in den Startlöchern.Weitere Bilder anzeigen
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08.03.2013 17:00Winterwetter wechselt sich immer wieder mit Tauwetter ab. Doch Der Winter steht aber schon wieder in den Startlöchern.

Am späten Abend beschrieb der Polizeisprecher die Situation auf Berlins Straßen als ruhig. Offenbar passen die Autofahrer ihre Fahrweise dem Wetter und den Glatteiswarnungen an. Richtig kalt wird es aber erst am frühen Morgen, erklärte Tobias Schaaf von der MeteoGroup. "In der zweiten Hälft der Nacht wird der Schnee nachlassen", sagte er. Es bleibe zwar relativ trocken, aber dennoch müsse mit überfrierender Nässe gerechnet werden. Besonders am frühen Montagmorgen müssten die Autofahrer aufpassen. "Die Tiefsttemperaturen werden erst gegen Morgen erreicht", erklärt Schaaf, "dann ist die Glättegefahr am Größten. Bis mindestens 10 Uhr sollten Autofahrer aber auch Fußgänger Vorsicht walten lassen.

Im Vergleich zu den letzten Tagen sei es allerdings weniger kalt. "Mild kann man das ja nicht nennen", sagte er. In der Nacht wird es in Berlin bis zu -2, im südlichen Brandenburg bis zu -3 Grad kalt. Tagsüber sollen die Temperaturen nach Angaben von Schaaf auf bis zu 2 Grad ansteigen. Auf Sonne brauchen die meisten Berliner und Brandenburger nach seinen Angaben gar nicht erst zu hoffen.

Berliner Winterchaos
Pfui Pfütze. Das Schnee-Silvesterböllergemisch taut in diesen warmen Tagen, zurück bleiben Splitt und Müll – und große Wassermengen wie hier vor dem Reichstag.Weitere Bilder anzeigen
1 von 73Foto: Guenter Peters
10.01.2011 14:01Pfui Pfütze. Das Schnee-Silvesterböllergemisch taut in diesen warmen Tagen, zurück bleiben Splitt und Müll – und große...

Bei den Glätten in Berlin und Brandenburg handele es sich um Glatt. und nicht um Blitzeis, stellte Schaaf klar. Letzteres entstünde nur durch Regen, der auf gefrorenen Boden fällt. Mit diesem Phänomen müssen die Menschen im Westen und Süden der Republik rechnen, wo die Meteorologen Regen angesagt haben. Auf der A3 fällt am späten Sonntagabend bereits der gefürchtete Schneeregen.

Verkehrsunfälle trotz Winterreifenpflicht

Nach dem zum Teil eisigen ersten Dezember-Wochenende - mit minus 23 Grad Celsius wurde am Samstagmorgen im sächsischen Sohland die bundesweit tiefste Temperatur gemessen - erwarten die Meteorologen jetzt milderes Wetter. Im Westen kann das Quecksilber tagsüber sogar deutlich über den Gefrierpunkt steigen. Dafür ist mit Regen beziehungsweise Schnee zu rechnen, im Westen wie im Süden. Deshalb sagten die Wetterforscher für Montagfrüh Glatteis voraus.

Trotz der neuen Winterreifenpflicht hat es auf glatten Straßen am Wochenende wieder hundertfach gekracht. Allein in Nordrhein-Westfalen passierten bis Sonntagmittag fast 500 Unfälle. Dutzende Menschen wurden dort verletzt, eine Frau getötet. Die Schäden liegen bei 1,5 Millionen Euro. Im Harz und andernorts in Niedersachsen wurden Straßen gesperrt, die der Schneesturm zugeweht hatte.

In Brandenburg stürzte eine Fallschirmspringerin zu Boden und verletzte sich schwer. Die 51-Jährige hatte wegen der geschlossenen Schneedecke wohl die Höhe falsch eingeschätzt und die Landung zu spät eingeleitet, erklärte die Polizei nach dem Unfall vom Samstag.
In Bulgarien überflutete heftiger Regen viele Straßen, darunter die wichtige Nord-Süd-Autobahn nach Griechenland. In drei Gemeinden im Westen wurde der Notstand ausgerufen. Auch ein neuer Teil der Ringautobahn um die Hauptstadt Sofia stand komplett unter Wasser.
In vielen Teilen Deutschlands kamen Autofahrer von glatten Straßen ab. In Sachsen erwischte es laut Polizei sogar einen Mann vom Winterdienst. Auf dem Weg zu einem Einsatz verlor der 31-Jährige in einer Kurve die Kontrolle über sein Räumfahrzeug, prallte damit gegen einen Baum und landete schließlich in einem Bach.

Deutsche Bahn hat weiterhin Probleme
Die Deutsche Bahn bekam zwar die gröbsten Probleme im Fernverkehr in den Griff. In Thüringen war die ICE-Strecke zwischen Berlin und München am Sonntag - zunächst eingleisig - wieder befahrbar. Aber die Berliner S-Bahn strich ihr Angebot massiv zusammen. Züge der Bahn- Tochter fielen aus, Türen froren zu und Weichen ein.

Der Brocken - mit 1141 Metern der höchste Berg in Norddeutschland - wurde am zweiten Advent für Besucher gesperrt. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnte dort vor Orkanböen, starkem Schneefall und Schneeverwehungen. Der Sturm peitschte mit Geschwindigkeiten von bis zu 120 Kilometern pro Stunde über den Gipfel.

Der Deutsche Wetterdienst warnte auch vor Unwettern in anderen Regionen. Die Temperaturen sollten steigen, im Süden Baden- Württembergs werde es stark regnen: „Die Höchsttemperaturen liegen in den kommenden Tagen etwa zehn Grad höher als noch Mitte der letzten Woche“, sagte der DWD-Meteorologe Martin Jonas am Sonntag.
Im Schwarzwald erwarten die Meteorologen bis zum Dienstag zwischen 60 und 100 Liter Niederschläge pro Quadratmeter und Hochwasser in Flüssen und Bächen. Am Wochenende hatten sich viele Menschen in Deutschland noch mit Ski und Schlitten am Schnee erfreut.
Andere hatten weniger Spaß. In Mecklenburg versuchte ein 66- Jähriger, sein Auto mit einem 2000 Watt starken Heizlüfter aufzutauen: Das Gerät setzte den Wagen und den Carport in Brand. Und in Söllnitz wollte ein Thüringer mit einer Heißluftpistole eine eingefrorene Wasserleitung auftauen, wobei das komplette Dachgeschoss seines Hauses in Flammen aufging. (dapd/dpa)

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