Winterwetter : Unfälle durch Glatteis und Schnee

Schnee und Glatteis haben in der Nacht zum Mittwoch in vielen Teilen Deutschlands für ein Verkehrschaos gesorgt. Mindestens drei Menschen starben bei Unfällen.

Hamburg - Beim Zusammenprall eines Kleintransporters mit einem Schulbus auf glatter Straße wurden am Mittwoch nahe der niedersächsischen Ortschaft Schüttorf bei Rheine elf Menschen verletzt, darunter neun Schüler. Vier junge Leute wurden schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht. Vor allem in den Bundesländern im Süden und Ostens Deutschlands hatten die Autofahrer mit den widrigen Wetterverhältnissen zu kämpfen. In Berlin wurden Flüge gestrichen. Im Norden blieb ein größeres Verkehrschaos aber aus.

Der Transporter war nach Polizeiangaben bei Schüttorf ins Schleudern und anschließend auf die Gegenspur geraten. Dort prallte er mit dem Kleinbus zusammen, der insgesamt 14 Schüler und Auszubildende im Alter zwischen 16 und 20 Jahren in eine Werkstatt für Behinderte und lernschwache Schüler bringen sollte. Die beiden Fahrer wurden nur leicht verletzt.

Ein Schulbusunfall im bayerischen Mödingen ging dagegen glimpflich aus. Der mit 50 Kindern besetzte Bus geriet bei Eisglätte auf die Gegenfahrbahn und streifte ein Auto. Verletzt wurde niemand.

In der Nähe von Böblingen (Baden-Württemberg) kam eine 28-Jährige ums Leben. Mit ihrem Auto war sie bei Glatteis mit einem Streufahrzeug zusammen gestoßen. Im bayerischen Landkreis Garmisch-Partenkirchen wurde ein 20-jähriger Autofahrer bei einem Überholmanöver auf rutschiger Fahrbahn getötet. Ein 37 Jahre alter Autofahrer starb nach Angaben der Polizei bei der niedersächsischen Stadt Meppen, nachdem sein Kleintransporter wegen überfrierender Nässe von der Straße gerutscht war und sich überschlagen hatte.

Glatteisregen und fünf Zentimeter Neuschnee verwandelten die Straßen in Sachsen in Rutschbahnen. Etliche Autofahrer kamen mit den winterlichen Straßenverhältnissen nicht zurecht und verursachten Unfälle. Am Mittag hatte sich die Lage nach Polizeiangaben größtenteils wieder normalisiert. Nach mehreren Stunden Vollsperrung konnte der Grenzübergang zu Tschechien auf der B 92 bei Schönberg am Nachmittag wieder geöffnet werden. Am Grenzübergang Zinnwald auf der B 170 besteht Schneekettenpflicht für Lkw. Bei der Abfertigung der Lastwagen kam es immer wieder zu Behinderungen.

Zahlreiche Trucker hatten Mittwochnacht auf der Autobahn 17 bei Dresden ihr Fahrzeug abstellen müssen. Die seit Mitternacht bei Chemnitz gesperrte A 4 konnte am Nachmittag wieder frei gegeben werden. Zwei Lastzüge waren zusammengestoßen.

In Nürnberg kam ein 90-jähriger Autofahrer mit seinem Fahrzeug von der rutschigen Fahrbahn ab stieß mit einem entgegenkommenden Wagen zusammen. Dabei wurden er und der 55-jährige Fahrer des anderen Autos schwer verletzt. Im mittelfränkischen Allersberg verletzte sich ein Winterdienst-Mitarbeiter schwer, als er eine Störung des Streugerätes beheben wollte und bei laufendem Motor gegen den Streugutbehälter klopfte. Dabei rutschte der 45-Jährige auf dem eisglatten Boden aus und geriet mit dem rechten Bein an die Streuscheibe, die ihm den Unterschenkel abtrennte.

In Ober- und in Unterfranken häuften sich die Glatteisunfälle. Allein in den Regionen Mainfranken und Main-Rhön rechnete die Polizei mit hunderten Blechschäden. Es gab dabei aber nur wenige Leichtverletzte.

Das Winterwetter soll auch in den nächsten Tagen wechselhaft bleiben und dem Norden Deutschlands am Donnerstag erneut leichte Schnee- und Regenfälle mit Glatteisgefahr bringen. Dem Rest der Republik beschert ein kurzes Zwischenhoch hingegen ruhiges und für die Jahreszeit mildes Winterwetter, sagte der Wetterdienst Meteomedia voraus. (tso/dpa)

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