Winterwetter : Unfälle über Unfälle

Der Winter lässt nicht locker. Schnee- und eisglatte Straßen haben in der Nacht zum Donnerstag Lkw- und Autofahrern in weiten Teilen Deutschlands zu schaffen gemacht. Es krachte auf Autobahnen und Landstraßen. Mindestens zwei Menschen wurden schwer verletzt.

Unfall
Nach diesem Unfall ging für Stunden nichts mehr auf der A 61 bei Rheinböllen in Rheinland-Pfalz. Der Lkw hatte auf schneeglatter...Foto: dpa

Berlin/Hamburg - Auf der Autobahn A27 bei Verden in Niedersachsen zählte die Polizei in weniger als zwei Stunden fünf Unfälle. Dort verunglückten innerhalb kurzer Zeit vier Lkw, ein Kleintransporter und ein Auto auf schneeglatter Straße. Verletzt wurde niemand, es entstand aber ein Gesamtschaden von geschätzt rund 330 000 Euro. Den größten Teil davon verursachte ein Autotransporter mit Anhänger, der vier Neuwagen geladen hatte. Er kippte auf glatter Straße auf die Mittelleitplanke.

Auf der Autobahn 3 in Niederbayern gab es gleich vier schwere Unfälle. Bei Passau kam ein Lastwagen in Fahrtrichtung Österreich ins Schleudern und kippte um. Die Autobahn musste vier Stunden lang komplett gesperrt werden. Es entstand ein Schaden von rund 63 000 Euro. Wegen des Unfalls staute sich der Verkehr auch auf der Gegenfahrbahn. Ein Autofahrer bemerkte den Stau zu spät und krachte in das Stauende. Er wurde in seinem Wagen eingeklemmt und schwer verletzt. Seine Beifahrerin erlitt leichte Verletzungen. Die Autobahn wurde für drei Stunden gesperrt.

Auch im Münsterland krachte es. Am Abend verlor ein Lastwagenfahrer auf der Autobahn 31 bei Coesfeld die Kontrolle über seinen Lkw und überfuhr die Mittelleitplanke. Der Mann blieb unverletzt, es entstand allerdings ein Schaden von 100 000 Euro. In der Nähe von Bocholt kam eine 37 Jahre alte Frau ebenfalls mit ihrem Wagen von der glatten Straße ab und überschlug sich – sie war noch mit Sommerreifen unterwegs gewesen. Ihr und ihren beiden kleinen Kindern, die mit im Auto saßen, passierte nichts.

Infolge der extremen Witterungsbedingungen sind nach Schätzungen des Tüv Rheinland in Deutschland derzeit zwischen 30 und 40 Prozent aller Straßen stark geschädigt. Die Bautechnikexperten kontrollieren jährlich mehr als 50 000 Straßenkilometer. Durch kleinste, kaum sichtbare Risse dringe Wasser in die vorgeschädigten Stellen ein und weiche den Untergrund auf, erklärten die Experten. Komme dann im Winter Frost hinzu, sprenge das Wasser in den Rissfugen den Asphalt regelrecht auf. Eine hohe Verkehrsbelastung etwa durch Lkw verstärke diesen Effekt.

Aussicht auf ein Ende des Winters besteht unterdessen nicht: Es könne zwar Mitte der nächsten Woche etwas weniger kalt werden, aber mehr als ein paar Plusgrade seien tagsüber auch dann nicht zu erwarten, sagte am Donnerstag Meteorologe Ansgar Engel vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach. Im Osten bleibt es beim Dauerfrost, die Nächte werden überall frostig. Wann es eine grundlegende Wetteränderung gibt, sei nicht abzusehen.

Zum Straßenkarneval an diesem Wochenende gibt es reichlich Neuschnee: Über die Kaltluft von Hoch „Frommhold“ schiebt Tief „Queen“ milde und feuchte Mittelmeerluft. Diese Konstellation ist die Bedingung für ergiebige Schneefälle in der Mitte Deutschlands, von den nördlichen Mittelgebirgen bis nach Brandenburg. Bis Freitagabend kommen dort zehn Zentimeter zusammen, im Bergland auch deutlich mehr. Tsp/dpa

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